Sie besuchen Multiasset.com mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »
Donald Trump hat die Infrastruktur seines Landes zum Kernthema seiner Agenda gemacht. Bare Münze oder leere Versprechung? | © Getty Images

Infrastruktur „Trump sollte nicht das Interesse an der Anlageklasse diktieren“

US-Präsident Donald Trump versprach seinen Landsleuten im Wahlkampf, eine Billion US-Dollar in Infrastrukturprojekte zu stecken. Ein Spezialist des US-Vermögensverwalters Legg Mason warnt Anleger jedoch davor, deshalb ausschließlich in den USA zu investieren.

07.07.2017 - 11:13 Uhr | Von:  in Infrastruktur

Infrastrukturausgaben waren ein zentrales Thema im US-Wahlkampf. Donald Trump versprach, eine Billion US-Dollar in den Ausbau amerikanischer Brücken und Straßen zu investieren.

Für Nick Langley, Gründer und Investment-Chef der Legg Mason-Tochtergesellschaft RARE Infrastructure, ist die Initiative des US-Präsidenten jedoch kein Argument, in die Anlageklasse zu investieren. Ganz im Gegenteil: „Infrastruktur-Investitionen als kurzfristige, auf die USA beschränkte Alternative zu sehen bedeutet, langfristige Chancen zu ignorieren. Die Amtszeit von Donald Trump sollte nicht das Interesse an der Anlageklasse diktieren.“

Global statt national

Langley zufolge sprechen die langfristigen Vorzüge von Infrastruktur-Investitionen vielmehr für ein globales Engagement. Anleger profitieren von Inflationsschutz, stabilen Cashflows sowie niedriger Volatilität. „Sicherlich hat die größte Volkswirtschaft der Welt einen erheblichen Bedarf, in ihre Infrastruktur zu investieren. Das haben aber auch andere Volkswirtschaften, weshalb es sich um eine globale und keine länderspezifische Anlagechance handelt.“ Industrienationen wie Großbritannien, Frankreich oder Deutschland müssten ebenfalls verstärkt in den Ausbau ihrer alternden Infrastruktur investieren.

Verstärkte Nachfrage nach privatem Kapital

Auch in Schwellenländern steigt die Nachfrage nach hochwertiger Infrastruktur – etwa für die Stromerzeugung und den Ausbau von Flughäfen, so Langley. Die Infrastruktur entwickele sich im Gleichschritt mit dem steigenden Wohlstand dieser Länder. Anleger sollten jedoch die enormen Staatsschulden im Blick behalten, die gerade in Industrienationen nie höher gewesen seien: „Hohe Staatschulden könnten die ein oder andere Regierung dazu zwingen, sich aus der Finanzierung von Infrastrukturprojekten zurückzuziehen, sodass es hier eine reale Nachfrage nach privatem Kapital gibt.“

Wie hoch der Bedarf ist, belegen Studien, auf deren Basis bis 2030 mit einer Verdopplung der Infrastrukturausgaben gerechnet wird. „Das bedeutet, dass Anleger jetzt die Chance haben, von einem sicheren globalen Investment zu profitieren, das zuvor eines der Standbeine von Regierungen war“, betont Langley.