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Experten

Kames Capital
Filiale der Banca Veneto: In Italien gerieten mehrere Banken ins Straucheln | © Getty Images

10 Jahre Bankenkrise Einige Kandidaten weiterhin wackelig

Die Bankenkrise wirft in Europa noch immer Schatten. In mehreren Ländern halten sich Kreditinstitute nur knapp über Wasser. Doch die Regulierung scheint Früchte zu tragen. Eine Bilanz von Adrian Hull, Senior Fixed Income Investment Specialist bei Kames Capital.

13.07.2017 - 13:23 Uhr | Von: 

Die Bankenkrise jährt sich zum zehnten Mal, es ist Zeit für eine Bilanz. Allgemein funktioniert die Regulierung in Europa seit dem Systemzusammenbruch schnell und effektiv. Ihre Schlagkraft verbesserte sich deutlich. Nachdem die Europäische Union (EU) im Juni 2014 das Rahmenwerk für die Sanierung und Abwicklung von Banken und Wertpapierfirmen (BRRD) verabschiedet hat, gelten strenge Reglements für Kreditinstitute.

Die BRRD soll die Verpflichtung von Nationalstaaten zu staatlichen Rettungsmaßnahmen begrenzen und eine Ansteckung zwischen Systemen verhindern. Der Hintergrund: Sowohl in Europa als auch in den USA erwiesen sich staatliche Rettungsaktionen als willkürlich, da sie nur als Reaktion auf Krisensituationen erfolgten. Anleihegläubiger wurden je nach Großzügigkeit des jeweiligen Landes mehr oder weniger zufällig zur Kasse gebeten.

Im Zuge dessen hat die EU das sogenannte Single Resolution Board (SRB) ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine Behörde, die im Fall einer europäischen Bankenpleite die Abwicklung übernimmt. Die SRB soll die Gleichbehandlung der Anleihegläubiger sicherstellen und eine klare Rangfolge für Entschädigungen festlegen.

Gläubiger der Banco Popular gehen leer aus

Ganz so einfach ist es aber nicht, wie der Fall der spanischen Pleitebank Banco Popular zeigt: Das Geldinstitut benötigt dringend frisches Kapital, doch seine Aktionäre zogen es nach mehreren Kapitalerhöhungen in diesem Jahr vor, nicht weiter zu investieren. Dadurch gingen die Inhaber einiger nachrangiger Anleihen leer aus.

Droht den italienischen Veneto-Banken nun das gleiche Schicksal? Damit müssen wohl alle außer den Privatanlegern rechnen, die nachrangige Vicenza- und Veneto-Anleihen halten. Aufgrund seiner Innenpolitik musste Italien sich um seine Privatanleger kümmern. Dort ist es nicht ungewöhnlich, bei einer Bank Anleihen zu kaufen, die höhere Renditen abwerfen, als eine von der EU garantierte Geldanlage.