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Freude über den überraschenden Regierungswechsel in Malaysia, nachdem der 92-jährige Mahathir Mohamad die Parlamentswahl gewonnen hat: Bei Investments in Schwellenländern gilt es weiterhin vorsichtig zu sein. | © SYZ AM

Alternative Investments „Geld fließt schnell auch wieder in die andere Richtung“

Steigende Volatilität an den Börsen und zunehmende Unsicherheit bei Anlegern spielt Hedgefonds-Anlegern verstärkt in die Karten. Cédric Vuignier, Head of Manager Research & Alternative Investments bei SYZ Asset Management, zu Strategien, aktueller Positionierung und dem Nutzen von Panikschranken.

11.05.2018 - 09:26 Uhr | Von:  in Fonds

multiasset.com: Herr Vuignier, Investoren nehmen verstärkt alternative Investments in den Blick. Anleger können mit diesen Instrumenten bei jeder Marktentwicklung, also auch bei fallenden oder stagnierenden Märkten Gewinnen erzielen. Warum entdecken Investoren aktuell den Reiz dieser alternativen Anlageformen wieder?

Cédric Vuignier: Wir haben inzwischen über viele Jahre hinweg einen Bullenmarkt gesehen. Anleger beginnen sich vor dem Hintergrund des allmählichen Anstiegs der Zinsen zu sorgen, vor allem mit Blick auf die Anleihenmärkte. Deshalb wollen sie ihr Portfolio breiter aufstellen und gegen Marktschwankungen wappnen. Anleger beginnen von Anleihen in alternative Investments umzuschichten. Aktien hingegen werden vorerst weiter gehalten – solange der Bullenmarkt weiter läuft. Viele Investoren verfügen zugleich über einen hohen Kassebestand. Eine Lehre haben sie aus der Finanzkrise gezogen: Man sollte nicht das gesamte Pulver verschießen, sondern einen Teil trocken halten, um im Falle des Falles handlungsfähig zu bleiben.

Nicht zuletzt aufgrund der geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen der Zentralbanken ist viel Geld in den Märkten. Alternative Investments – etwa Hedgefonds, Private Equity, also außerbörsliches, privates Beteiligungskapital – haben in der jüngeren Vergangenheit ihre verwalteten Vermögen weiter ausbauen können. Angesichts der Börsenhausse der vergangenen Jahre mit ihren praktisch automatischen Gewinnen waren Hedgefonds lange Jahre für viele Anleger wenig interessant. Doch jetzt beginnt sich das Bild zu ändern – nach annähernd zehn Jahren. Zugleich beginnen neue Anlagestrategien in Europa Fuß zu fassen, nachdem sie in den USA gute Ergebnisse erzielt haben. Hierzu zählt Direct Lending: Kreditfonds vergeben dabei unmittelbar Kredite an Unternehmen.

Welche Strategien haben sich 2017 bewährt?

Vuignier: Im Bullenmarkt des vergangenen Jahres brachten entsprechend ausgerichtete Investments die besten Renditen. Inbesondere die Schwellenländer haben sich gut entwickelt, vor allem China, wo wir lange Jahre kräftig investiert hatten, zuletzt unser Exposure aber etwas zurückgefahren haben. Viele Hedgefonds-Manager haben zu Beginn des Jahres 2017 ihre Depots für betaorientierte Schwellenmärkte-Strategien geöffnet; sie sind damit sehr gut gefahren. Große Gewinne erzielten Long-Short-Manager für chinesische Aktien.