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Didier Borowski, Amundi: „Schlüsselfaktor für Erfolg ist aktives Management' | © Amundi

Amundi Marktausblick „Es ist unwahrscheinlich, dass der weltweite Handel zurückgeht“

Didier Borowski, Head of Macroeconomic Research bei Amundi, über Risiken der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2018, die Chancen von Regionen und der verschiedenen Assetklassen sowie von Relative-Value-Strategien.

07.05.2018 - 17:14 Uhr | Von:  in Märkte

multiasset.com: Herr Borowski, die Verhandlungen der Europäer und der Chinesen mit den USA wegen der Strafzölle treten auf der Stelle. Wie wird das die Märkte im laufenden Jahr voraussichtlich beeinflussen? Welche Chancen und Risiken sehen Sie?

Didier Borowski: Die Hauptgefahr für die Märkte sind sicherlich die wachsenden protektionistischen Maßnahmen der US-Administration. Dennoch hat sich unser globaler Ausblick nicht dramatisch verändert. Wir sehen zwar widerstreitende Handelsaktionen und hören viel Lärm, aber wir erwarten keine Eskalation. Und wir erwarten nicht, dass das synchronisierte globale Wachstum zurückgeht. Die Volkswirtschaften sind im laufenden Zyklus sehr unterschiedlich positioniert und werden hauptsächlich von der jeweiligen heimischen Nachfrage angetrieben. Es stimmt, dass in der Eurozone die wirtschaftlichen Prognosen für die laufende Periode schlechter geworden sind und dass auch „wirtschaftliche Überraschungen“ eher negativer Natur sind. Allerdings muss man auch bedenken, dass die Voraussagen der vergangenen Monate auf den höchsten Stand seit Einführung des Euros gestiegen sind. Und bei derartig hohen Erwartungen ist es nicht unwahrscheinlich, enttäuscht zu werden.

Rechnen Sie damit, dass der weltweite Handel zurückgeht?

Borowski: Nein, das ist sehr unwahrscheinlich. Es ist klar, dass, sollte die Trump-Administration die Zölle für Stahl und Aluminium erhöhen, die EU und China Gegenmaßnahmen ergreifen werden. Aber die betroffenen Produkte machen nur einen kleinen Teil des Welthandels aus. Daher würden diese Maßnahmen ihn nur unwesentlich beeinträchtigen, solange die Gegenmaßnahmen der Europäer und Chinesen auch moderat ausfallen.