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Experten

BlackRock
Schauen positiv auf das letzte Quartal 2018: Die BlackRock-Kapitalmarktstrategen Felix Hermann (l.) und  Martin Lück. | © BlackRock

Anlageausblick von BlackRock „Global betrachtet ist die türkische Wirtschaft unbedeutend“

Weltweit steigen die Unternehmensgewinne. Für Martin Lück und Felix Hermann, Kapitalmarktstrategen bei BlackRock, ein Grund, positiv auf das vierte Quartal zu schauen. In ihrem globalen Ausblick erläutern sie, warum Anleger ihre Portfolios dennoch wetterfest machen sollten und wie die Wirtschaftskrise am Bosporus zu bewerten ist.

01.11.2018 - 14:40 Uhr | Von: 

Kommen wir gleich zur Sache: Der auf kurze Sicht günstige globale Wachstumsausblick wird getrübt Unsicherheiten. Zwar kommt die starke Konjunktur in Amerika dem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in sämtlichen G7-Ländern zugute. Jedoch sind die BIP-Konsensprognosen für die G7 im Vergleich zum BlackRock Growth GPS gesunken. Das lässt Raum für Überraschungen. Zum Jahresende steigen die Staatsausgaben in den USA, weshalb wir die Gefahr einer Überhitzung weiter im Auge behalten.

Ausblick in düsteren Farben

Zugleich treibt die US-Notenbank (Federal Reserve, Fed) die Normalisierung der Zinspolitik voran. Das könnte Ängste vor einer restriktiven Geldpolitik schüren. Bei den Handelskonflikten deutet nichts auf eine Entspannung hin. Strafzölle könnten ganze Lieferketten auf den Kopf stellen, den Preisdruck anfachen und bei Anlegern Vertrauen erschüttern. Bei ihren Aussichten für die nächsten zwei Jahre sind Wirtschaftsexperten im Vergleich zum Vorjahr gespalten: Immer mehr malen den Ausblick in düsteren Farben, wie die nachfolgende Grafik zeigt.

Die Unsicherheiten nehmen zu (Zweijahresprognosen zum US-BIP, 2018 vs. 2017):

Wir gehen von einem weiterhin soliden Wachstum der Weltwirtschaft aus, auch wenn sich das Spektrum der möglichen Makro-Szenarien für das Jahr 2019 erweitert hat. Die drei folgenden Themen aus unserem Global Investment Outlook zur Jahresmitte sind daher weiterhin relevant: Ein breiteres Spektrum an Wachstumsszenarien, verschärfte Finanzbedingungen und die Notwendigkeit stabilerer Portfolios.

Die strafferen Finanzbedingungen hatten auch einen stärkeren US-Dollar zur Folge, wodurch sich die Probleme der besonders anfälligen Emerging Markets (EM) verschärft haben. Handelskonflikte und der Dollarkurs bleiben von entscheidender Bedeutung für die aufstrebenden Länder. Auch höhere US-Zinsen stellen eine Belastung für diese Länder dar, da sie den Wettbewerb um Kapital verschärfen.