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Experten

Kames Capital
Mautstelle bei Paris: Bei Infrastrukturanlagen mit höherem Risiko werden Investoren basierend auf der Auslastung entlohnt | © Getty Images

Anlageklasse Infrastruktur „Der Investitionsbedarf liegt bei über 60 Billionen US-Dollar“

Um den globalen Bedarf an Energienetzen, Häfen, Telekommunikationstürmen und Flughäfen zu decken, wird es massiver Investitionen bedürfen. Jacob Vijverberg, Fondsmanager des Kames Global Diversified Income Fund, erklärt, worauf Anleger in der Asset-Klasse Infrastruktur achten sollten.

18.12.2017 - 12:20 Uhr | Von: 

Anlagen im Infrastruktursektor erfreuen sich wachsender Beliebtheit und stoßen bei Investoren dank der Aussicht auf niedrige Korrelation, geringe Volatilität, hohe Dividendenrenditen und Inflationsschutz auf reges Interesse. Theoretisch sind es äußerst interessante Investments, vor allem im aktuellen Niedrigzinsklima. Praktisch ist eine sorgfältige Due-Diligence-Prüfung erforderlich, um die Spreu vom Weizen zu trennen.

Der weltweite Bedarf an Infrastruktur-Investitionen wird in den kommenden 15 Jahren auf über 60 Billionen US-Dollar (50,8 Billionen Euro) geschätzt. Gleichzeitig ist in den Haushaltsetats der Industrieländer kaum der nötige Spielraum für solche Investitionen vorhanden. Staaten versuchen deshalb, sich das erforderliche Kapital bei Privatanlegern zu beschaffen.

Das Anlageuniversum des Infrastruktursektors ist extrem vielfältig und umfasst Objekte wie Mautstraßen, Energienetze, Häfen, Telekommunikationstürme und Flughäfen. Je nachdem, auf welche Weise Anleger belohnt werden, unterscheiden sich auch die Risiko-Ertrags-Merkmale. Bei den weniger riskanten Anlagen handelt es sich in der Regel um private Finanzierungsinitiativen (engl. private finance initiative, PFI), bei denen ein Staat oder eine Lokalregierung den Anlegern ein inflationsgeschütztes Einkommen bezahlt, sobald das Objekt zur Nutzung bereitsteht.

Rendite hängt von Auslastung ab

Bei Infrastrukturanlagen mit höherem Risiko wie beispielsweise Mautstraßen werden Investoren basierend auf der Auslastung entlohnt. Wenn die Wirtschaft brummt, wächst das Verkehrsaufkommen und treibt die Einnahmen in die Höhe.

Infrastruktur-Investments mit höherem Risiko werfen in der Regel auch höhere Renditen ab, korrelieren aber auch stärker mit wirtschaftlichen Risiken. Dank dieser Unterschiede können wir bei Kames Capital Fonds ausgehend davon positionieren, inwiefern sich das Eingehen von Risiken für uns auszahlt und wie wir die wirtschaftlichen Aussichten einschätzen.

Vergangenes Jahr sind wir beim spanischen Mautstraßenbetreiber Abertis eingestiegen, da dieser unseres Erachtens von der konjunkturellen Erholung des Landes profitieren wird. Ebenfalls in unserem Portfolio enthalten ist Vinci. Der französische Konzern zählt mit seinen Mautstraßen, Flughäfen und einer Contracting-Sparte zu den führenden Infrastrukturunternehmen weltweit. Da der Konzern 75 Prozent seines Umsatzes in Europa erzielt, dürfte er von der Aufhellung der wirtschaftlichen Lage profitieren.