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Surfer im Eisbach in München: Hohe Renditen mit Immobilien am Englischen Garten | © Getty Images

Assetklassen unter der Lupe Wie realistisch sind Renditeerwartungen wirklich?

Aktien und Immobilien können Renditen abwerfen, die höher sind als das Wirtschaftswachstum – jedoch innerhalb gewisser Grenzen, sagt Lukas Daalder, Chief Investment Officer von Robeco Investment Solutions. Langfristig werden die Renditen dennoch eher sinken.

12.02.2018 - 16:03 Uhr | Von:  in Research

Finanzwissenschaftler haben untersucht: Können Aktien und Immobilien Renditen erzielen, die über dem Wirtschaftswachstum liegen? Prinzipiell sei das möglich, doch zukünftige Renditen würden möglicherweise nicht so hoch ausfallen wie in jene der Vergangenheit, gibt Lukas Daalder, Chief Investment Officer von Robeco Investment Solutions, zu bedenken. Hintergrund ist die Studie „The Return Expectations of Institutional Investors“, die sich mit den langfristigen Erwartungen von 230 Pensionskassen in den USA befasste.

Nominale Renditen von Aktien und Private Equity am höchsten

Der Studie zufolge erwarten US-Pensionskassen eine durchschnittliche nominale Rendite von 7,6 Prozent, was einer erwarteten realen Rendite von 4,8 Prozent entspricht. Dies basiert auf den langfristigen nominalen Durchschnittsrenditen auf bargeldnahe Anlagen 3,2 Prozent, Anleihen (4,9 Prozent), Immobilien (7,7 Prozent), Hedgefonds (6,9 Prozent), börsengehandelte Aktien (8,7 Prozent) und Private Equity-Fonds (10,3 Prozent)).

Renditeerwartung meist zu ehrgeizig

„Diese Renditeerwartung wirkt sehr ehrgeizig, wenn man bedenkt, dass die untersuchten Pensionskassen nach Daten der OECD in den Jahren 2006-2016 durchschnittliche jährliche Renditen von nominal 1,5 und real -0,3 Prozent vereinnahmt haben, und das bei einer durchschnittlichen Gesamtrendite auf den S&P 500 von 6,9 Prozent in diesem Zeitraum“, so Daalder.

Angesichts des anhaltenden Produktivitätsrückgangs in den letzten Jahrzehnten und der Beliebtheit der Theorie von der lang anhaltenden Stagnation stellt sich für den Robeco-Experten die Frage, wie realistisch die Renditeerwartungen für die riskanteren Teile ihrer Portfolios wirklich sind. Zum Vergleich: Die von Robeco erwartete langfristige (stationäre) nominale Rendite auf Aktien und Anleihen beträgt 7 beziehungsweise 4,25 Prozent. „Man muss also ziemlicher Optimist sein, um zu der langfristigen Renditeerwartung von 7,6 Prozent der befragten US-Pensionskassen zu gelangen.