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Skyline von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur: Das Schwellenländeruniversum hat sich binnen 20 Jahren von einem Handelsplatz für Rohstoffe und Infrastrukturinvestitionen zu einem innovations- und technologieorientierten Anlageuniversum entwickelt | © Getty Images

Aufstrebende Märkte Was sollten Schwellenländer-Anleger jetzt wissen?

Viele Investoren haben sich in den vergangenen Monaten aus Schwellenländern zurückgezogen. Xavier Hovasse, Head of Emerging Equities bei Carmignac, investiert hingegen weiterhin bevorzugt in Unternehmen aus schwach abgedeckten Sektoren, die am meisten von langfristigen Trends profitieren werden.

10.12.2018 - 10:23 Uhr | Von:  in Märkte

In den vergangenen Monaten sind Schwellenländer-Anleger immer risikoaverser geworden. Grund dafür war das unglückliche Zusammentreffen mehrerer Faktoren: steigende US-Zinsen, die Aufwertung des US-Dollar sowie tief greifende politische Spannungen, die sich im Kräftemessen zwischen den USA und China, Russland und der Türkei äußerten.

Welche Entwicklungen prägen die Schwellenländer aktuell?

Im Handelskonflikt, den das Weiße Haus vor einigen Monaten angezettelt hat, gibt es keinerlei Anzeichen einer Entspannung, und seine Auswirkungen auf das Wachstum sind in Asien bereits zu spüren. Hier waren die PMI-Umfragewerte – insbesondere die Indizes für neue Exportaufträge – rückläufig. Die USA halten an ihrem antagonistischen, merkantilistischen Kurs fest und bauen immer mehr Zollschranken für den bilateralen Handel auf. Und da weder aus Washington noch aus Peking auch nur das geringste Signal einer Deeskalation kommt, wäre es unklug, zu diesem Zeitpunkt eine konkrete Verbesserung der chinesisch-amerikanischen Beziehungen vorauszusagen.

De facto hat der Zollstreit von der Tatsache abgelenkt, dass die Weltkonjunktur zusehends an Dynamik verliert. Das ist insbesondere in China zu sehen, wo zuletzt enttäuschende makroökonomische Daten gemeldet wurden. Die Regierung in Peking versucht, die Konjunktur mit antizyklischen Maßnahmen zu stützen, die 2019 ihre Wirkung entfalten dürften. China verfügt aber über immer weniger Flexibilität, da das Land keinen Leistungsbilanzüberschuss mehr erzielt und langfristige Finanzierungen wie ausländische Direktinvestitionen stark zurückgegangen sind. Das wiegt schwer auf der Zahlungsbilanz des Landes. Dadurch hat die Regierung weniger Handlungsspielraum und geld- oder fiskalpolitische Anreize, die die Nachfrage nach Rohstoffen und Metallen aus China künstlich ankurbeln würden, sind für China ein immer weniger eine Alternative.

Das Umfeld dürfte auch 2019 unsicher bleiben. Die Schwellenländer werden solange vor Herausforderungen stehen, bis sich eine Lösung für die skizzierten Problemfelder abzeichnet: die makroökonomische Unsicherheit, klarere Anzeichen einer geldpolitischen Lockerung vonseiten der People’s Bank of China und eine Deeskalation des Handelsstreits zwischen China und den USA.