Sie besuchen Multiasset.com mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »

Experten

BlackRock
Seiltänzer am Strand von Rio de Janeiro: Brasilien gehört zu den Top-Favoriten bei Schwellenländer-Investments | © Getty Images

BGF Global Allocation Fund „Zur Sicherheit Gold“

Schwankungsanfällig waren die Finanzmärkte in letzter Zeit nicht gerade, dennoch ist Vorsicht geboten, sagt Dan Chamby. Im Interview spricht der BlackRock-Fondsmanager über die stärksten Wachstumswerte des BGF Global Allocation Fund.

04.12.2017 - 15:50 Uhr | Von: 

multiasset.com: Herr Chamby, im Fondsmanagement-Team des BlackRock Global Allocation Fund hat sich in letzter Zeit personell einiges getan. Gibt es Veränderungen für Investoren?

Dan Chamby: Nein, wir achten auf Kontinuität. Mit dem Global Allocation Fund steht Investoren auch weiterhin eine flexible Multi-Asset-Lösung zur Verfügung, die Kapital breit über verschiedene Asset-Klassen, Regionen, Sektoren und Währungen streut. Im Kernmanagement ändert sich nichts, wir passen lediglich unsere Investment-Tools an sich verändernde Märkte an. Wie in den vergangenen 28 Jahren werden wir auch künftig den Teamansatz betonen und die Bottom-up-Titelauswahl in den Vordergrund stellen. Preisbewusstsein ist dabei stets unser Markenzeichen. Wir kontrollieren Risiken, indem wir überbewertete Märkte meiden.

Apropos Bottom-up-Titelauswahl: Ist diese Strategie in Zeiten von Big Data und passiven Anlagen überhaupt noch zielführend?

Chamby: Nach der Finanzkrise 2008 haben die Zentralbanken versucht, das Selbstvertrauen der Kapitalmärkte mit verschiedenen Stimuli zu stärken. Parallel dazu kam es zu einer dramatischen Verbreitung passiver und systematischer Anlagestrategien. Laut einer aktuellen Studie stehen Stock Picker nur noch hinter 10 Prozent des täglichen Handelsvolumens an den Finanzmärkten. Mit anderen Worten: Investoren geben ihre Rolle als Entscheider mehr und mehr auf und verlassen sich weitgehend auf Indizes und quantitative Strategien.

Index-Investments haben sicherlich ihre Berechtigung. Es ist jedoch sinnvoll, sie mit einer robusten und fundamentalen Wertpapier-Selektion zu verbinden. Schließlich gibt es bei rein passiven Anlagen gewisse Einschränkungen, denen sich Investoren bewusst sein sollten. Einige unserer besten aktiv selektierten Assets übertreffen starre Passiv-Kategorien, die ihnen vom Markt zugewiesen werden.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Chamby: Bei der Suche nach Anlagechancen geht unser flexibler Analyseansatz über starre Fakten wie den Sitz der Unternehmenszentrale hinaus und berücksichtigt die wirklichen Umsatzmärkte von Unternehmen. Der Autobauer Suzuki ist ein gutes Beispiel: Die Geschäftsaussichten sind weitgehend auf die aufkeimende Autoindustrie in Indien zurückzuführen. Der Fahrzeughersteller hält dort einen Marktanteil von 50 Prozent – direkt und über Tochtergesellschaften. In einem Schwellenmarktindex wird dieses Umsatzpotenzial nicht berücksichtigt – und zwar allein deshalb, weil das Unternehmen seinen Hauptsitz in Japan und nicht in Indien hat.