Sie besuchen Multiasset.com mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »
Jacques-Aurélien Marcireau: „Wir sind die einzigen, die sehr aktiv die Märkte auf der Suche nach leistungsfähigen, nachhaltigen Big-Data-Strategien screenen“ | © Edmond de Rothschild AM

Big Data als Investmentchance „Viele Unternehmen beeilen sich in IT zu investieren“

Der französische Asset Manager Edmond de Rothschild AM hat den 2015 aufgelegten Edmond de Rothschild Fund Big Data (ISIN: LU1244893696) im Jahr 2017 auf den deutschen Markt gebracht. Fondsmanager Jacques-Aurélien Marcireau zufolge stellt Big Data eine große Herausforderung für Unternehmen dar, die sie ebenso wichtig nehmen sollten wie seinerzeit die Einführung des Internets.

13.02.2018 - 08:59 Uhr | Von:  in Fonds

multiasset.com: Herr Marcireau, was gab den Ausschlag für die Auflage des Fonds?

Jacques-Aurélien Marcireau: Vor dem Launch des Fonds vor etwas mehr als zwei Jahren stand die Erkenntnis: Daten schaffen Wert. Google und Facebook hatten schon vor vier Jahren eine Marktkapitalisierung von jeweils mehr als 600 Milliarden US-Dollar. Einfach nur dadurch, dass sie Daten und Inhalte managen, die von anderen erstellt werden. Meine Überlegung zu jener Zeit: Big-Data-Technologie wird von Amazon, Facebook und Google eingesetzt. Aber die zugrundeliegenden Open-Source-Programme können auch von anderen genutzt werden. Folglich könnten auch andere innovative Unternehmen, die ebenfalls über große Mengen von Daten verfügen, Werte schaffen. Diesen Unternehmen fehlte nur noch das Bewusstsein, ihre Daten in ihre Wertschöpfungskette einzuklinken.

Woran hakte es?

Marcireau: Nach der Finanzkrise wurde nur sehr wenig in IT investiert. Die Firmen mussten konsolidieren, ihre Margen verbessern und sparen. Doch fühlen sich inzwischen viele Unternehmen von der Übermacht der FAANG-Unternehmen bedrängt. Mit dem Rückenwind der verbesserten Wirtschaftslage beeilen sie sich in IT zu investieren.

Und welche Vorteile ziehen die Firmen daraus?

Marcireau: Sie lernen die Wünsche ihrer Kunden besser kennen. Gleichzeitig lernen sie ihre eigene Kostenstruktur besser zu verstehen. Und: Es entstehen komplett neue Services – denken Sie an Uber. Der Mobilitätsdienstleister versteht es in einem traditionellen Wirtschaftszweig mittels disruptiver Technologie Marktanteile zu gewinnen. Big Data wird traditionelle Geschäftsmodelle enorm verändern. Unternehmen, die diesen langfristigen Trend nutzen, werden in der Lage sein, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Sie lassen damit den Wettbewerb hinter sich und machen sich das große Potenzial in der Wertschöpfung zunutze.

In welchen Weltregionen boomt die Entwicklung von Big-Data-Strategien? Aus welchen Ländern stammen die Titel im Portfolio?

Marcireau: Vorrangig aus der Region um San Francisco, aus Japan, China, Südkorea, Taiwan. Auch Israel ist ein starker Standort. Mit Blick auf Europa, auch wenn es ein bisschen wehmütig stimmt, fällt auf: Es gibt hier eine sehr starke Startup-Szene und einige ganz große Player – aber kaum etwas dazwischen. Mehr und mehr wird Europa von den USA und China zudem als ein Supermarkt angesehen.