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Experten

BlackRock
Bulle vor der New Yorker Börse: Bei einem Ausverkauf am Aktienmarkt brechen in der Regel die Kurse von Unternehmensanleihen ein | © Getty Images

BlackRock-Anlageausblick 2018 „Aktien haben mehr Potenzial als Unternehmensanleihen“

Risiko hat sich im Jahr 2017 gelohnt – zumindest bei Finanzanlagen. Künftig könnte es jedoch holpriger werden. Warum? Martin Lück, Chef-Investmentstratege bei BlackRock, nennt Gründe und erklärt, warum er Aktien vor Unternehmensanleihen bevorzugt.

12.01.2018 - 13:55 Uhr | Von: 

Noch herrscht an den Finanzmärkten eitel Sonnenschein: In allen Anlageklassen sind die Bewertungen gestiegen, die Volatilität ist immer noch extrem niedrig und viele befürchtete Stolpersteine sind ausgeblieben. Damit steigt jedoch die Anfälligkeit für kurzzeitige Verkaufswellen, sollten geopolitische Risiken hochkochen. Kurz: Das Eingehen von Risiken lohnt sich für Anleger nicht mehr so sehr.

Ausnahmslos bei allen Finanzanlagen sind die Risikoprämien gesunken. Unser Maß für die Risikoprämie von US-Aktien – die erwartete Rendite von Aktien gegenüber Staatsanleihen – ist seit der Finanzkrise im Jahr 2008 auf dem Rückzug, wie die nachfolgende Grafik zeigt.

Aufgrund der gesunkenen Risikoprämien werden die Marktrenditen im Jahr 2018 aus unserer Sicht insgesamt magerer ausfallen. Für den Anlageerfolg ist vor allem die richtige Titelauswahl ausschlaggebend. Wir bevorzugen Aktien zum Aufbau von Risikopositionen – vor allem solche außerhalb der USA, da dort die Gewinnerwartungen höher sind. Zudem sind wir überzeugt, dass Aktien wegen strukturell niedriger Zinsen auf höheren Niveaus verharren können als früher.

Renditedurst der Anleger stärkt Emittenten

Die gute Wirtschaftslage stützt Aktien und Unternehmensanleihen gleichermaßen, wir bevorzugen dennoch Aktien. In den USA nähern sich die Spreads von Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen ihren Tiefs der 2000er Jahre. So enge Spreads bedeuten, dass selbst eine kleine Verkaufswelle den Mehrertrag gegenüber US-Staatsanleihen zunichtemachen kann. Und mit dem Renditedurst der Anleger verschiebt sich das Kräfteverhältnis zugunsten der Emittenten: Bei Krediten werden die Schutzklauseln aufgeweicht und die Verschuldung der Unternehmen steigt.

Bei Unternehmensanleihen erwarten wir im Jahr 2018 kuponähnliche Renditen, was sie zu nützlichen Ertragsquellen macht. Aber wenn Anleihen wie momentan nur unweit über ihrem Nennwert gehandelt werden, ist das Kurspotenzial begrenzt. Dagegen brechen bei einem Ausverkauf am Aktienmarkt in der Regel die Kurse von Unternehmensanleihen ein – wenn auch weniger als die Aktienkurse. Ausfallsorgen rücken in den Fokus. Unser Fazit: Aktien bieten in der fortgeschrittenen Zyklusphase der Finanzmärkte deutlich mehr Aufwärtspotenzial als Unternehmensanleihen.

 

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.