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Experten

BlackRock
Chinas Präsident Xi Jinping (li.) und US-Präsident Donald Trump: Im März hat der drohende Handelskrieg die Finanzmärkte ordentlich durchgeschüttelt. | © Getty Images

BlackRock-Monatsbilanz für März Drohender Handelskonflikt trübt die Stimmung

In den USA und Europa erlitten Aktien im März abermals spürbare Verluste. Grund ist der drohende Handelskonflikt. Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege bei BlackRock, meint jedoch, dass Panik anders aussieht.

11.04.2018 - 16:02 Uhr | Von: 

Aus, Schluss und vorbei: Das erste Quartal des Jahres 2018 hat gezeigt, dass es mit der Ruhe an den Märkten nicht mehr weit her ist. Das „Goldilocks-Umfeld“ mit niedriger Inflation und robustem Wachstum ist steigenden Inflationserwartungen und erhöhten Rezessionssorgen gewichen. Gleichzeitig erreichen die Börsen nicht mehr viele erfreuliche Nachrichten. Je näher das Ende des Zyklus rückt, desto unruhiger wird es an den Märkten. Daran müssen wir uns gewöhnen.

Im März hat vor allem der drohende Handelskrieg zwischen den USA und China die Finanzmärkte durchgeschüttelt. In erster Linie in den Vereinigten Staaten und Europa erlitten Aktien nach einem schwachen Februar abermals spürbare Verluste, weshalb das erste Quartal insgesamt mit einem negativen Vorzeichen schloss.

Scheinbar haben Investoren verstanden, dass die Spannungen zwischen China und den USA die Weltwirtschaft bremsen könnten. Aufgrund der heutzutage global hochgradig integrierten Wertschöpfungsketten sind quasi alle Länder, die sich stark am Welthandel beteiligen, von den Spannungen betroffen.

Handelskonflikt betrifft gesamte Weltwirtschaft

Denn: Rund die Hälfte der chinesischen Exporte in die USA im Bereich des verarbeitenden Gewerbes setzt sich aus vorherigen Importen aus anderen Ländern zusammen. So exportieren beispielsweise Deutschland und Japan eine große Menge Vorerzeugnisse nach China. Diese finden dann über das Reich der Mitte unter anderem den Weg in die USA. Wird also der Handel zwischen China und den USA belastet, ist das nicht ausschließlich ein Problem für diese beiden Länder.

Die gute Nachricht ist: Alle bisher beschlossenen Maßnahmen der USA und Chinas in Form von höheren Handelszöllen auf ausgewählte Güter bringen für sich genommen noch keine größeren Probleme für den Welthandel mit sich. Die Gefahr liegt vielmehr in einer Eskalation der Situation – das Potenzial hierfür wäre rein theoretisch vorhanden. Allerdings folgt Donald Trumps Verhandlungstaktik bislang einem klaren Schema: auf schlagzeilenträchtige Ankündigungen folgen Kompromisse und schmale Implementierungen. So sind etwa wichtige Handelspartner der USA wie Kanada und Mexiko von den Zöllen ausgenommen, obwohl der US-Präsident lange Zeit auch gegen diese Staaten eine scharfe Rhetorik fuhr.

Wir von BlackRock glauben nicht, dass der Handelskonflikt eskaliert. Da ein Ausbruch das chinesische Wachstumsmodell stark gefährden würde, dürfte China viel an einer diplomatischen Lösung gelegen sein. Neben einer Reduzierung der chinesischen Importzölle wird Peking wohl nicht um eine Lockerung der Beschränkungen für ausländische Direktinvestoren herumkommen. Derartige Maßnahmen könnten Trump dazu veranlassen, sich zum Sieger des Handelskrieges zu erklären. Investoren würden wohl dennoch beruhigt sein, da sich der US-Präsident dann wohl wieder anderen Themen widmen würde.

Wir von BlackRock halten weiterhin an unserer strategischen Ausrichtung zugunsten von Aktien fest. Das fundamentale Umfeld präsentiert sich trotz des drohenden Handelskrieges weiterhin robust – das sollten Anleger nicht vergessen.

 

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.