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Experten

BlackRock
Unterstützer von Jair Bolsonaro: Anleger hoffen auf eine wirtschafts- und marktfreundliche Politik von Brasiliens neuem Präsidenten. | © Getty Images

BlackRock zu Schwellenländern Ausverkauf eröffnet Kaufgelegenheiten

Der Ausverkauf bei Aktien und Anleihen aus Schwellenländern war eines der großen Gesprächsthemen an den Finanzmärkten in diesem Sommer. Für Anleger könnte sich das jetzt auszahlen.

07.11.2018 - 10:45 Uhr | Von: 

Was war das für ein Sommer. Nicht nur Sonnenanbeter erlebten die heißesten Wochen seit Jahren, auch Anleger dürften mit Blick auf den Ausverkauf in den Schwellenländern die eine oder andere Hitzewallung verspürt haben. Ausgelöst durch politische und wirtschaftliche Turbulenzen in einigen wenigen Emerging Markets (EM) stand plötzlich ein ganzes Anlagesegment im Feuer, dass angesichts steigender Zinsen in den USA und eines stärkeren Dollars ohnehin schon mit Gegenwind zu kämpfen hatte. Da über den Verlauf des Sommers diverse Unternehmen und Staaten in den Schwellenländern seitens der Anleger abgestraft wurden, die es nach unserem Dafürhalten nicht „verdient“ haben, ergeben sich nun mitunter Kaufgelegenheiten. Das gilt besonders für das Aktiensegment.

Schwellenländeranleihen in Hartwährung gewinnen an Attraktivität

Die Renditen von Schwellenländeranleihen stehen im oberen Bereich dessen, was sie in den vergangenen zehn Jahren erreicht haben. Zudem konnten sie den üblichen Abstand zu Lokalwährungsanleihen aufholen. Ist es zu früh, um wieder einzusteigen? Sicherlich, kein Abschwung gleicht dem anderen. Doch blickt man in die Vergangenheit, so spricht einiges für einen Wiedereinstieg.

Hartwährungsanleihen bevorzugt
(Renditen von EM-Hart- und –Lokalwährungsanleihen, 2010 bis 2018)

Anfälliger für Abflüsse: Lokalwährungspapiere

Wir haben die Renditen von EM-Hartwährungsanleihen seit 1994 anhand der Benchmark JP Morgan EMBI Global Diversified Index analysiert: Jedes Mal, wenn die Renditen der vergangenen zwölf Monate so hoch waren wie zurzeit (4 Prozent Verlust), waren die Gesamtrenditen in den darauffolgenden zwölf Monaten positiv. Der Großteil der Zuflüsse in EM-Anleihen kam in den vergangenen Jahren vornehmlich Lokalwährungspapieren zugute. Das macht sie nun anfälliger für Abflüsse. Zudem wären sie von einer weiteren Schwäche der Schwellenländerwährungen stärker betroffen.

Zweischneidige Währungsabwertungen für Schwellenländer

Einerseits wirken sie in einer Krise stabilisierend, weil sie helfen, die Leistungsbilanz wieder ins Gleichgewicht zu bringen, andererseits verursachen sie aber auch einen Schock an den Märkten. Entsprechend bevorzugen wir ausgewählte EM-Hartwährungsanleihen und halten uns weitgehend von Lokalwährungspapieren fern.

Potenzial für Crossover-Anleger

Der Ausverkauf bei EM-Anleihen hat nicht alle gleichermaßen getroffen. Während die Spreads hochverzinslicher EM-Staatsanleihen in die Höhe schnellten, haben ihre Investment-Grade-Pendants den Sturm recht gut abgewettert. Denn bislang konzentrierten sich die Verluste auf eine Handvoll Sorgenkinder aus dem Hochzinssegment. Die Folge: Bei bonitätsstarken EM-Papieren, die nicht spezialisierte EM-Anleger meist anvisieren, gibt es nur noch wenige Schnäppchen. Dennoch sehen wir Wertpotenzial für Crossover-Anleger, die marktübergreifend Chancen suchen. Erstmals seit dem Jahr 2005 wird der Spread auf den JP Morgan EMBI Global Diversified Index wieder über dem des Bloomberg Barclays Capital Global High Yield Index gehandelt.