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Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer des digitalen Vermögensverwalters Ginmon: „Die wenigsten Anleger können psychologische Effekte und Emotionen auf Knopfdruck ausschalten.“ | © Ginmon

Börsenweisheiten „Oft siegen Emotionen über den Verstand“

„Kaufe, wenn die Kanonen donnern“, lautet eine alte Börsenweisheit. Das ist aber oft viel leichter gesagt als getan, findet Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer des digitalen Vermögensverwalters Ginmon.

27.04.2018 - 10:16 Uhr | Von:  in Aktien

Angela Merkel reist in die Vereinigten Staaten, um mit US-Präsident Donald Trump über die wichtigsten Krisen zu sprechen, die uns derzeit bedrohen: der Handelsstreit zwischen den USA und Europa, die Krise in Syrien und der Atomkonflikt im Iran.

Sollte es keine Einigung geben oder – noch schlimmer – sollte die Lage weiter eskalieren, könnte dies für enorme Unsicherheit sorgen – und die Börsen schnell auf Talfahrt schicken. Häufig reicht ein Auslöser und die Kurse brechen kurzfristig ein, Angst macht sich breit und einige Anleger ziehen panisch die Reißleine.

Börsenweisheiten scheitern an der Umsetzung

Sollte es zu einer Verschärfung der Krisen kommen – was wir nicht hoffen – wie sollte man da als Anleger reagieren? Häufig werden Investoren in solchen Situationen die klassischen Börsenweisheiten empfohlen. Eine davon lautet: „Kaufe, wenn die Kanonen donnern.“ Oder wie Warren Buffett es sagte: „Sei ängstlich, wenn die anderen gierig sind, sei gierig wenn die anderen ängstlich sind.“ Mit anderen Worten: Kaufe und verkaufe antizyklisch. Schwimme gegen den Strom. Das ist jedoch viel leichter gesagt als getan. Denn gegen antizyklisches Handeln sprechen zwei Dinge: Das Herdenverhalten des Menschen und seine Emotionen.

Psychologie des Menschen widerspricht vielen Börsenweisheiten

Wie Robert B. Cialdiani in seinem Buch „Die Psychologie des Überzeugens“ ausführt, richten Menschen ihr Handeln oft an dem Handeln anderer Menschen aus – vor allem in unbekannten Szenarien. Wir alle kennen es, wenn wir in neue Gesellschaften oder Kulturen kommen: Wir ahmen das Verhalten der anderen nach und sind so auf der sicheren Seite.

An der Börse ist dies nicht anders: Vor allem in Krisensituationen und bei Crashs herrscht große Unsicherheit – und gerade dann schauen Anleger wie sich andere Anleger verhalten. Da aber fast alle nicht wirklich wissen, was sie tun, herrscht eine kollektive Unwissenheit, die häufig zu Überreaktionen an der Börse führt.