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Zusammenschluss der Börsen Hongkong und Shenzen zum Jahreswechsel 2016/17: Via Hongkong konnten Ausländer erstmals Anteilsscheine von mehr als 800 notierten chinesischen Unternehmen erwerben | © Getty Images

Marktöffnung China will direkte Schanghai-London-Handelsverbindung

Die Regierung in Peking gibt grünes Licht für eine weitere Öffnung der Aktienmärkte: Zentralbankchef Yi Gang kündigt eine direkte Handelsverbindung zwischen den Börsen in Schanghai und London an.

12.04.2018 - 11:52 Uhr | Von:  in Aktien

Noch dieses Jahr solle eine direkte Trading-Datenverbindung zwischen Schanghai und London eingerichtet werden, die Investoren in dem am dichtesten besiedelten Ballungsraum der Welt direkten Zugang zu Aktien eröffnet, die in Großbritannien gelistet sind.

Dritte Vereinbarung über Marktzugang für Ausländer

Die Ankündigung machte der Chef von Chinas Zentralbank auf dem „Boao Forum for Asia“ am Mittwoch als Teil eines ganzen Pakets von Neuerungen, mit denen Chinas Finanzsektor geöffnet werden soll. Die mit der London Stock Exchange Group getroffene Vereinbarung ist der bislang dritte Zusammenschluss, den China auf den Weg gebracht hat, um ausländischen Anlegern Zugang zum chinesischen Festland-Aktienmarkt zu verschaffen – der nach den USA zweitgrößte Aktienmarkt der Welt. Eine erste Anbindung wurde 2014 zwischen Schanghai und Hongkong eingerichtet. Zwei Jahre später, im Dezember 2016, wurden die Börsenplätze der früheren britischen Kronkolonie Hongkong und der Sonderwirtschaftszone Shenzhen mit ihren 13 Millionen Einwohnern miteinander verbunden.

Nach Informationen von Bloomberg reichen die Vorbereitungen für ein Zusammenschalten der Börsen in London und Schanghai, wo derzeit 1.403 chinesische Firmen gelistet sind, bis in den September 2015 zurück. Im November 2016 vereinbarten die London Stock Exchange (LSE) und die Börse in Schanghai dann das Aufsetzen eines Regelwerks, auf dessen Grundlage die Börsenanbindung erfolgen soll.

„Genau betrachtet ist die Ankündigung zwar ein Fortschritt, trägt jedoch auch einen gewissen symbolischen Charakter. Britische Anleger haben schon jetzt Zugriff auf chinesische Festlandaktien via Hongkong. Chinesische Investoren wiederum können über Offshore-Börsenplätze Aktien in London kaufen“, zitiert Bloomberg Huang Dongsheng, Head of Research bei Weifang Fund mit Sitz in Schanghai, der Vermögen in Höhe von umgerechnet 637 Millionen US-Dollar verwaltet. Dennoch sei die neue Vereinbarung ein Signal, dass „China bestrebt ist seine Öffnungsbemühungen zu vertiefen und die Landeswährung Yuan zu einer Leitwährung im internationalen Zahlungsverkehr aufzubauen.“