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Junge mit Goldmünzen im Ägyptischen Mudeum in Kairo: Schon vor Tausenden Jahren kämpften Menschen gegen den Wertverlust von Geld | © Getty Images

comdirect Realzinsradar Deutsche Sparer verplempern weiter Milliarden

Es wird immer schlimmer. Der Realzins-Verlust für deutsche Sparer liegt im dritten Quartal bei 130 Euro pro Bundesbürger. Insgesamt liegt der Wertverlust seit Ende 2010 bei 100 Milliarden Euro. Hauptgrund für die dramatische Entwicklung ist die gestiegene Inflationsrate. Dies ergab die jüngste Erhebung im Rahmen des Realzinsradars, den die comdirect regelmäßig durchführt.

23.10.2018 - 09:33 Uhr | Von:  in Research

Ein Unglück kommt selten allein. Diese Erkenntnis dürfte auch weiter deutsche Sparer treffen. Eine gestiegene Inflationsrate und seit Jahren andauernd niedrige Zinsen auf Geldeinlagen haben im dritten Quartal 2018 zu einem neuen Rekord beim Wertverlust für Anleger hierzulande geführt. Insgesamt verloren sie dadurch 10,8 Milliarden Euro. Das sind durchschnittlich 130 Euro pro Bundesbürger. Damit liegt der Realzins-Verlust, den deutsche Sparer in den vergangenen drei Monaten erleiden mussten, nochmal deutlich über dem bisherigen Negativ-Rekordwert von 9,8 Milliarden Euro im zweiten Quartal dieses Jahres. Zu diesen Ergebnissen kommt der quartalsweise erscheinende comdirect Realzins-Radar, der gemeinsam mit Barkow Consulting ermittelt wird.

Inflation schlägt unbarmherzig zu

Haupttreiber für den neuen Negativrekord beim Realzins ist die Inflation. Mit 2,1 Prozent ist sie gegenüber den vorherigen Quartalen nochmals gestiegen und erreicht damit den höchsten Quartalswert seit Ende 2011. Gleichzeitig bleiben die Zinsen für Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen mit durchschnittlich 0,18 Prozent im dritten Quartal auf einem historischen Tiefstand. Gegenüber den vorherigen Quartalen sind sie sogar nochmals leicht gesunken. Der sogenannte Realzins, also der effektive Zinssatz nach Abzug der Inflation, liegt damit im dritten Quartal mit minus 1,92 Prozent auf einem Rekordtief.

Seit Ende 2010 mehr als 100 Milliarden Euro Verlust

„Natürlich ist es sinnvoll, einen Teil des Ersparten kurzfristig verfügbar zu halten. Sparer sollten jedoch bedenken, dass der Preis für diese Flexibilität ein schleichender Wertverlust ist“, sagt Arno Walter, Vorstandsvorsitzender der comdirect bank AG. Besonders deutlich wird dies in der langfristigen Betrachtung: Seit Ende 2010 haben die Deutschen insgesamt 102,2 Milliarden Euro verloren, indem sie ihr Geld in Sparprodukte investierten, deren Verzinsung unterhalb der Inflationsrate lag. Walter appelliert daher an die Sparer: „Überlegen Sie sich genau, welchen Teil ihres Ersparten Sie für unerwartete Ausgaben verfügbar halten müssen und überprüfen Sie regelmäßig, wie oft Sie diesen Teil wirklich gebraucht haben."