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„Wir investieren in Nahrungsmittel, Bildung und Klimawandel“

02.04.2019 10:40 Uhr | Von: 

Ihr Fonds setzt auf den ersten großen Megatrend, die Demographie, und deckt die gesamte Wertschöpfungskette von Lebensmitteln ab. Er geht aber darüber hinaus. Die zunehmende Alterung der Bevölkerung ist ein weiteres Thema, in das Sie investieren.

Le Berthe: Der Bereich Lebensmittel unterliegt tiefgreifenden Veränderungen. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) rechnet bis zum Jahr 2050 mit einem Anstieg der Lebensmittelproduktion um 70 Prozent. Es gibt nicht nur immer mehr Menschen, sie essen auch zunehmend mehr. Ein Amerikaner verbraucht heute pro Tag 500 Kalorien mehr als noch im Jahr 1960. Gleichzeitig nehmen aber die weltweiten Nutzflächen pro Kopf ab. Die Landwirtschaft muss somit künftig deutlich effektiver und intensiver produzieren. Außerdem verderben noch immer viel zu viel Lebensmittel.

Nicht nur die benötigten Mengen nehmen zu, es ändern sich auch die Essgewohnheiten der Verbraucher.

Le Berthe: Dabei geht es nicht nur um den wachsenden Proteinverbrauch in den Schwellenländern, sondern auch um Themen wie Qualität und Sicherheit. Schauen Sie sich Großbritannien an: Dort ernähren sich rund 20 Prozent der 16- bis 24-Jährigen nach eigenen Angaben vegan. Gleichzeitig kochen die Menschen immer weniger und gehen dafür häufiger ins Restaurant. Und bei jungen Menschen sind Lieferdienste immer beliebter.

Was bedeuten diese Veränderungen für Ihren Investmentansatz?

Le Berthe: Wir nehmen die gesamte Wertschöpfungskette der Lebensmittelindustrie in den Blick – im Englischen gibt es dafür den schönen Begriff „From farms to forks“, also angefangen bei den landwirtschaftlichen Betrieben bis zu dem Punkt, an dem die Nahrungsmittel auf die Teller der Verbraucher gelangen. Unser Investment-Universum umfasst rund 500 Unternehmen, von denen wir nur in die nachhaltig wirtschaftenden investieren.

Können Sie das etwas konkreter benennen?

Le Berthe: Wir setzen beispielsweise auf Themen wie Wasser-Management, Biodiversität, die Vermeidung von Umweltverschmutzung und Abfall oder auf die Bewirtschaftung von Wäldern. Uns gefallen Unternehmen, die vergleichsweise wenig CO2 ausstoßen, Wasser effektiv nutzen und viel recyceln. Die von uns ausgewählten Firmen schneiden bei diesen Punkten signifikant besser als unser Investment-Universum ab.