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„Russlands Risiko ist eher Wahrnehmung als Tatsache“

27.08.2019 09:55 Uhr |

Welche Kriterien sind für Sie bei der Vermögenswerte-Auswahl der Danske Invest SICAV Russia Class A entscheidend?

Karakozova: Unser Osteuropa-Team hat seit 1999 umfangreiche Erfahrungen mit russischen Investments gesammelt. Wir verfügen nicht nur über ein tiefes Marktverständnis, sondern auch über ein großes Netzwerk in Russland. Alle Kolleginnen und Kollegen unseres Russland-Teams sprechen Russisch. Einige haben russische Wurzeln. Dies ist besonders wichtig, wenn wir uns mit russischen Unternehmensvertretern austauschen. Jährlich finden mehr als dreihundert solcher Treffen statt. Hier nehmen wir uns viel Zeit, um russische Unternehmen genau kennenzulernen. So gelingt es uns, Investment-Perspektiven zu identifizieren.

Wie lautet Ihre Anlagephilosophie?

Karakozova: Den Kern bilden eine grundlegende Bottom-up-Aktienauswahl sowie ein tiefes Verständnis für ausgewählte Vermögenswerte. Unser Anlageuniversum besteht aus Unternehmen mit Sitz oder Haupttätigkeit in Russland sowie den ehemaligen Staaten der Sowjetunion (GUS). Wir haben ein Softlimit von 20 Prozent für Investments in GUS-Ländern. Für den Fonds streben wir eine Überrendite von 4 Prozent an. Gemäß den Global Investment Performance Standards (GIPS) rangiert die jährliche Überschussrendite des Fonds für drei Jahre bei 5,6 Prozent und damit deutlich über unserem 4-Prozent-Ziel.

Wie passen Sie Ihre Anlagestrategie an volatile Zeiten am russischen Markt an?

Karakozova: Der russische Markt neigt dazu, übermäßig auf positive und negative Nachrichten zu reagieren. Aufgrund unserer fundierten Marktexpertise gelingt es uns, interessante Anlagemöglichkeiten zu sondieren, die erst in Szenarien übermäßiger Reaktionen entstehen. So finden wir beispielsweise bei Marktverkäufen chancenreiche Aktien, die zu niedrigen Bewertungen gehandelt werden.

Wie steht es auf den russischen Aktienmärkten um die Volatilität?

Karakozova: Die Volatilität ist im Laufe der Zeit zurückgegangen. Die historischen Daten zeigen hier, dass die realisierte Volatilität Russlands im Vergleich zu den globalen Standards der Schwellenländer relativ niedrig war. Vor allem in den vergangenen drei Jahren ist sie deutlich gesunken. Daher besteht das hohe Risiko Russlands eher in der Wahrnehmung als in einer statistischen Tatsache. So kontraintuitiv es auf den ersten Blick auch erscheinen mag: Russland ist zu einem Low-Beta-Markt geworden.