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Sneaker-Käufer in Berlin: Die „makellose Bilanz“ von Wirtschaft und Arbeitsmarkt sei „nur eine Momentaufnahme“ | © Getty Images

Demografische Wende IW fordert Anpassung der Wirtschaftspolitik

Mit gezielten Maßnahmen müsse die Bundesregierung die Folgen des demografischen Wandels in Deutschland abfedern, fordert das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

06.07.2017 - 15:14 Uhr | Von:  in Research

Die Experten des arbeitgebernahen Wirtschaftsforschungsinstituts warnen, die derzeit „makellose Bilanz“ von Wirtschaft und Arbeitsmarkt sei „nur eine Momentaufnahme“, denn die Alterung der Bevölkerung schreite trotz der absehbar hohen Zuwanderung in den nächsten Jahrzehnten weiter fort.

Als Ausweg bliebe die Einbindung eines größeren Anteils der Bevölkerung in die Arbeit. Zugleich müsste das gesetzliche Rentenzugangsalter auf 68 Jahre steigen und die Wochenarbeitszeit leicht angehoben werden. Mit diesen Maßnahmen am Arbeitsmarkt könne das Wachstum in den kommenden 18 Jahren jährlich um 0,2 Prozentpunkte zulegen.

Dringend notwendig seien auch höhere Investitionen von Staat und Unternehmen. Würde mehr in Infrastruktur, Bildung, Forschung und Entwicklung investiert, könnte das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2035 um 265 Milliarden Euro oder 7 Prozent höher ausfallen als ohne diese Impulse.

Anteil der Rentner wird auf 25,8 Prozent bis 2035 steigen

Wie das IW errechnet hat, wird der Anteil der über 67-Jährigen an der Gesamtbevölkerung von derzeit 17,7 auf 25,8 Prozent im Jahr 2035 steigen. Zugleich nimmt der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter bis dahin um 2,7 Millionen oder 5 Prozent ab. Das Wirtschaftswachstum wird durch diese Verschiebungen abnehmen – von 1,7 auf 0,7 Prozent.

Die Beibehaltung des Status quo käme dem Land teuer zu stehen, warnte IW-Direktor Michael Hüther. „Eine kluge Wirtschaftspolitik hingegen kann den demografiebedingten Wachstumseinbruch ausgleichen.“ Die hohe Zuwanderung verspreche nur in geringem Maße Besserung. Es bestehe weiterhin „Handlungsbedarf“.