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Walzstahl-Rollen in Salzgitter: Fast jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt am Export | © Getty Images

Deutscher Außenhandel Weltkonjunktur befeuert deutsche Exporte

Deutschlands Exporte haben im Juli kräftig zugelegt: Weltkonjunktur und Welthandel erholen sich. Die auffällig niedrigen Importzahlen hängen nicht zuletzt mit Deutschlands „Lohnproblem“ zusammen, kritisiert das Bundeswirtschaftsministerium.

08.09.2017 - 10:51 Uhr | Von:  in Märkte

Gegenüber dem Vormonat sind Deutschlands Exporte im Juli um 0,2 Prozent auf 105 Milliarden Euro gestiegen, teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Eindrucksvoll sieht der Vergleich zum Vorjahresmonat aus – die Exporte kletterten um 8,0 Prozent.

Die Importe erhöhten sich um 2,2 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 85,6 Milliarden Euro. Auf Jahressicht ergibt sich ein Anstieg von 9,4 Prozent.

Drittstaatengeschäft mit starken Zuwächsen

Besonders auffällig: Die Ausfuhren in die sogenannten Drittländer außerhalb der EU, wie die USA, China, Indien, Brasilien und Russland, haben sich deutlich erhöht. Die Ausfuhren in diese Länder schnellten im Juli im Vorjahresvergleich um 9,7 Prozent nach oben.

Die Exporte in die Länder der Eurozone brauchen sich jedoch nicht zu verstecken. Sie erhöhten sich im Juli um 6,9 Prozent zum Vorjahr. Auch das Exportgeschäft mit EU-Mitgliedern, die nicht dem Euroraum angehören, wie Großbritannien und Polen, läuft bestens: Deutschlands Ausfuhren verbuchten ein Plus von 6,4 Prozent.

Handelsüberschüsse stehen in der Kritik

Die hohen Exporte kommen im Ausland nicht gut an: Deutschland steht wegen seiner hohen Handelsüberschüsse regelmäßig in der Kritik, weil es sehr viel mehr Waren ins Ausland verkauft als es von dort importiert. In aktuellen Zahlen: Im Juli ergab sich gegenüber den Importen ein Außenhandelsüberschuss von 19,5 Milliarden Euro; leicht niedriger als von Ökonomen erwartet (21,0 Milliarden Euro).

Deutschlands Wirtschaft ist in hohem Maße exportorientiert und damit auch exportabhängig. Risiken wie eine Abschottung des US-Marktes unter Präsident Donald Trump und die Folgen eines EU-Austritts Großbritanniens hätten hierzulande beträchtliche Folgen: Fast jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt vom Export ab.

Seit 1952 ununterbrochen Exportüberschüsse

Zugleich ist Deutschland als rohstoffarmes Land auch auf Importe angewiesen – vor allem im Energiebereich. Dennoch liegen ungeachtet der Import-Abhängigkeit in Deutschland die Warenausfuhren seit Jahrzehnten über den Wareneinfuhren. 2016 wurde ein neuer Rekordüberschuss bei der Handelsbilanz erzielt, rechnet Destatis vor: Der Wert aller 2016 exportierten Waren lag um 252 Milliarden Euro höher als der Wert der importieren Waren.