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Shanghai: Nur drei Prozent der börsennotierten Unternehmen in Asien erfüllen die Qualitätskriterien von Guiness AM | © Getty Images

Dividenden aus China Makrofaktoren sind nicht die wichtigste Determinante

Der Handelskrieg zwischen den USA und China sowie die globale konjunkturelle Abkühlung führen zu volatilen Aktienmärkten in China und den Emerging Markets. Mark Hammonds, Fondsmanager bei der britischen Fondsboutique Guinness Asset Management, weiß, auf was Investoren achten sollten.

18.09.2019 - 11:03 Uhr |

„Dividendenwachstum statt hoher Rendite“ – Die britische Fondsboutique Guinness Asset Management erobert mit dieser Strategie neue Märkte und bisher noch ungeahnte Investitionsmöglichkeiten. Denn vor allem die wachstumsstarken Regionen wie Asien und Emerging Markets bieten mittlerweile nicht nur hohe Renditen, sondern vor allem auch hohe Dividenden. „Seit dem Jahr 2000 haben im Durchschnitt über 50 Prozent der Unternehmen in unserem Anlageuniversum über 2 Prozent Rendite erzielt. Diese Möglichkeiten schöpfen wir mit unseren Income-Aktienstrategien aus,“ sagt Mark Hammonds.

Der Anlagehorizont von Unternehmen mit stabiler Rendite in den Emerging Markets sowie Asien steigt stetig. „Gerade auch die höhere Volatilität auf diesen Märkten bietet uns die Möglichkeit, unsere Portfolios immer wieder neu auszugleichen und Bestände, die sich gut entwickelt haben, abzubauen und die nachgelagerten Bestände zu ergänzen. Wir investieren in dividendenberechtigte Unternehmen, das heißt wir wählen Unternehmen nicht auf der Grundlage einer hohen Rendite aus, sondern konzentrieren uns vor allem auf qualitative und profitable Unternehmen“, erklärt Hammonds weiter.

„Konkret überprüfen wir 7.000 börsennotierte Unternehmen und selektieren nur solche heraus, die seit mehreren Jahren in Folge jährlich eine hohe Kapitalrendite erzielen. In Asien und den Emerging Markets es für ein Unternehmen noch recht schwierig unsere Kriterien und Standards zu erfüllen. Im Durchschnitt tun dies nur drei Prozent der börsennotierten Unternehmen“, fasst Hammonds zusammen.  

Schon jetzt von Peking 2022 profitieren

„Eines der Unternehmen, das unsere Qualitätsstandards erfüllt und zum Portfolio der Aktien Income Strategien gehört, ist das chinesische Unternehmen ANTA Sports. Anta war in diesem Jahr bisher die Aktie mit der besten Performance, deren Wert in US-Dollar um 57,5 Prozent zulegte“, berichtet Hammonds. Das Unternehmen ist einer der wichtigsten Hersteller und Händler von Sportartikeln und Sportbekleidung. „ANTA stellt sich auf einen größeren Marktanteil in China ein, weil es für hochwertige Sportbekleidung vor allem um wohlhabende Käufer wirbt. Dazu gehören bekannte Marken wie Fila und Descente sowie Salomon und Arc'teryx - beide im Besitz von Amer Sports, die ANTA kürzlich übernommen hat“, erklärt der Fondsmanager weiter. Der Erwerb eines europäischen Unternehmens ermöglicht es ANTA Sports einerseits geografisch zu expandieren, und andererseits neue Produkte in China einzuführen. „Das wachsende Produktangebot des Unternehmens könnte das Ergebnis- und Umsatzwachstum ankurbeln, und der Schritt in Richtung Wintersportbekleidung und -ausrüstung kommt rechtzeitig vor den nächsten Olympischen Winterspielen 2022 in Peking,“ prognostiziert er.

Keine Beeinträchtigungen durch den Handelskonflikt

Zwar wurden die Wachstumserwartungen für Asien aufgrund des amerikanisch-chinesischen Handelskriegs im laufenden Jahr deutlich gesenkt. Doch diese Entwicklung kommt zu einem Zeitpunkt, da sich die Wirtschaftstätigkeit weltweit verlangsamt. „Dennoch, beeinträchtigt der Handelskrieg unsere langfristige Ausrichtung wenig. Handelshemmnisse zwischen den USA und China sind symptomatisch für die rasanten Fortschritte, die China in den letzten zwei Jahrzehnten bei seinen Produktionskapazitäten gemacht hat. China ist offensichtlich nicht bereit, diese Fortschritte aufzugeben, sondern verdoppelt die Entwicklung seiner Hightech-Industrien, wie die Strategie „Made in China 2025“ gezeigt hat“, weiß Hammonds. Er hält auch den Ausbau von Schlüsseltechnologien und ein entsprechendes Wachstum dieser Branchen weiterhin für wahrscheinlich.

Untergeordnete Bedeutung von Makrofaktoren

Eine der Hauptwirkungen der US-Notenbank Fed besteht darin, Zinssätze festzulegen, die den risikofreien Zinssatz bestimmen. Dies beeinflusst natürlich die Bewertung aller Vermögenswerte, einschließlich Aktien. „Die Dynamik dieser makroökonomischen Umstände und die Schwierigkeit, sie zuverlässig vorherzusagen, sind ein nützliches Beispiel dafür, warum wir innerhalb unserer Income Anlagestrategien keine Top-down-Ansichten bilden. Wir berücksichtigen Makrofaktoren, soweit sie sich auf einzelne Unternehmen auswirken können, aber sie sind nicht die wichtigste Determinante unserer Anlageentscheidung“, sagt Hammonds.

„Stattdessen investieren wir in Unternehmen, bei denen ihre Wettbewerbspositionierung und individuelle Unternehmensattribute eher ihre langfristigen Ergebnisse bestimmen als externe Ereignisse. Im Versicherungssektor halten wir beispielsweise Porto Seguro in Brasilien und die Ping An Group in China“, erläutert Hammonds. Beide Unternehmen profitieren von einem sich weiterentwickelnden Versicherungsmodell, bei dem die Verbraucher zunehmend zusätzliche Dienstleistungen neben traditionellen Versicherungsprodukten nachfragen.