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Messestand eines disruptiven Bezahldienstleisters: „Wo Aktien als die Besten in ihrer Branche bezeichnet werden, wird meistens der Grundstein für das zukünftige Scheitern gelegt.“ | © Wirecard

Ehrke & Lübberstedt-Fondsmanager Daniel Kröger im Interview „Nach zehn Jahren Bullenmarkt viele Spielverderber“

Um die Volatilität zu schultern, hält Daniel Kröger, Co-Investmentmanager für die Fonds Acatis Aktien Deutschland ELM und Acatis ELM Konzept, Kasse vor und beginnt sich von Qualitätstiteln zu verabschieden.

13.09.2018 - 09:26 Uhr | Von:  in Aktien

multiasset.com: Herr Kröger, wie passen Sie Ihr Portfolio aktuell an die Gegebenheiten an den Märkten an?

Daniel Kröger: Unser Alpha ziehen wir nach wie vor aus unserem aktiven und erfolgreichen Stock-Picking-Ansatz. Damit wollen wir auch weiterhin an steigenden Märkten überdurchschnittlich partizipieren.

Auf der anderen Seite sehen wir nach zehn Jahren Bullenmarkt viele Spielverderber, auch wenn wir keine Glaskugel haben und nicht wissen, wann Ungemach droht. Um die Volatilität in unseren Fonds zu reduzieren, halten wir Kasse vor und haben unser Portfolio auf Dax und MDax abgesichert. Sollte der Markt um 20 Prozent einbrechen, partizipieren wir mit einem Performancebeitrag von +7,1 Prozent.

In welchen Sektoren könnte es unabhängig von Handelskonflikten weiter aufwärts gehen?

Kröger: Viele Indizes in den USA erreichen derzeit neue Höchststände, aber auch hier in Deutschland finden wir diese, wenn wir auf die TecDax-Performance schauen. Allerdings haben in den USA mehr als 50 Prozent der Aktien bereits eine Korrektur von 25 Prozent hinter sich, das heißt, nur wenige Titel treiben derzeit die Börsen. Bei den Automobilzulieferern finden wir gerade günstige Titel wie eine Leonie. Bei den Industrietiteln greifen wir bei Kion und Jungheinrich zu. In der Chemie bietet sich Covestro an.

Wo droht Ungemach?

Kröger: Grundsätzlich wird es immer schwerer, gerade an den Qualitätstiteln festzuhalten. Schuld ist die massiv angestiegene Bewertung. Bis 2012 liegen EBIT und Kurswachstum noch im Einklang, doch dann klafft die Bewertungsschere auseinander. Carl Zeiss Meditec haben wir mit einem KGV um die 35 verkauft, danach ist der Kurs um 40 Prozent weitergelaufen und wird derzeit mit einem KGV von 51 bewertet. In der nächsten Korrekturphase könnte es solche Titel härter treffen. Spielverderber gibt es viele, wann die Korrektur eintritt, wissen wir nicht.