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 Freude über den Sieg: Der ecuadorianische Läufer Claudio Flores in Feierlaune. | © Getty Images

Erfolgsstrategie am Aktienmarkt BlackRock-Experte empfiehlt Stock Picking

BlackRock-Fondsmanager Dan Chamby sieht einen Machtverlust der Zentralbanken gegenüber den Märkten. Damit können auf die Auswahl einzelner Titel ausgerichtete Aktieninvestoren, sogenannte „Stock Picker”, seiner Auffassung nach wieder mit dem punkten, was sie am besten können.

29.02.2016 - 16:41 Uhr | Quelle: Bloomberg in Aktien

Chamby kauft wieder Aktien, nachdem er Ende vergangenen Jahres 21 Prozent seines Portfolios in liquiden Mitteln hielt. Die Turbulenzen am Aktienmarkt sind nur natürlich, schätzt er, nachdem die durch jahrelange Förderung der Zentralbanken abgestumpften Händler wieder lernen, Risiko einzupreisen. Statt sich Sorgen über die nächsten Maßnahmen der Währungshüter zu machen, studiert er Konjunkturdaten und sucht nach günstig bewerteten Aktien. Mit Wetten auf eine Erholung beim Ölpreis schwimmt er gegen den Strom und auch einige Kollegen bei Blackrock.

„Wir müssen uns viel mehr auf die Fundamentaldaten konzentrieren. Es ist an der Zeit für die Stock Picker zu zeigen, was in ihnen steckt.”

Dan Chamby, Fondsmanager bei BlackRock

Dünne Erträge für Investoren

Die Jahre nach der Finanzkrise 2008 brachten den auf Substanzwert ausgerichteten Investoren, die im Verhältnis zu Unternehmenswert und Gewinnen günstig bewertete Titel aussuchen, magere Erträge. Die beispiellosen Anleihekäufe der Zentralbanken trugen dazu bei, die Aktienkurse auf breiter Front nach oben zu treiben.

Inzwischen gibt es Anzeichen, dass sich dies ändert, da die US-Notenbank Federal Reserve die geldpolitischen Zügel wieder anzieht und die Experimente in Europa und Japan mit Negativzinsen einen Ausverkauf an den Aktienmärkten nicht bremsen können. Die Bewertungen von Unternehmen, die sich in den vergangenen Jahren immer ähnlicher geworden waren, beginnen sich auseinanderzuentwickeln. „Wir beobachten eine stärkere Verteilung”, erläutert Chamby. „Die Preisfindung ist besser als zuvor.”

Chamby verwaltete nach eigenen Angaben per Ende Januar 85 Milliarden Dollar, während es im April noch 100 Milliarden Dollar waren. Der BlackRock Global Allocation Fund, mit 45,5 Milliarden Dollar an verwaltetem Kapital der größte von Chamby verwaltete Fonds, hat dieses Jahr 5,1 Prozent verloren, schlägt damit aber noch 36 Prozent seiner Konkurrenten, wie Bloomberg-Daten zeigen. Über fünf Jahre kommt der Fonds auf einen annualisierten Ertrag von 2,9 Prozent. Damit übertrifft er 60 Prozent der Konkurrenz.