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Experten

BlackRock
Fahnen im Europaparlament in Straßburg | © Getty Images

Europäische Aktien „Längst noch nicht am Anschlag“

In Europa macht sich Nervosität breit. Besonders die US-Strafzölle, die drohende Zinswende und das politische Wirrwarr in Italien sind Anlegern ein Dorn im Auge. Die Aktienkurse stoßen jedoch noch längst nicht an die Decke.

20.03.2018 - 10:07 Uhr | Von: 

Die Börsen-Talfahrt im Februar war nichts für schwache Nerven: Nach dem außergewöhnlich guten Start folgten auch an den europäischen Aktienmärkten deutliche Korrekturen. Der Grund: Sorgen um steigende Zinsen.

Zwar haben sich die Börsen inzwischen ein bisschen erholt, doch die Partystimmung scheint vorbei zu sein. Zuletzt erreichten die wenig erfreulichen Nachrichten aus den USA mit der Ankündigung von Schutzzöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte die Märkte. Zudem gingen bei der Parlamentswahl in Italien mehr als die Hälfte der Stimmen an populistische Parteien.

Plus beim Europa-BIP

War es das also mit der Hausse in Europa? Wenn sich die aktuelle Aufregung etwas gelegt hat, sollten sich Anleger wieder den Fundamentaldaten zuwenden. Schon im vergangenen Jahr wuchs die Wirtschaft in den Euroländern kräftig. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im vierten Quartal 2017 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,7 Prozent. Beim Verbrauchervertrauen gab es im Februar zwar einen kleinen Dämpfer, die Stimmung blieb aber gut. Zudem ist die Arbeitslosenquote seit dem Hoch im Jahr 2013 von 12 Prozent auf 9,1 Prozent gesunken und Reservekapazitäten in Teilen der europäischen Wirtschaft lassen auf eine immer noch klaffende Produktionslücke schließen.

Euroraum hat noch Nachholpotenzial:

 

Quellen: BlackRock Investment Institute mit Daten von Thomson Reuters und IWF, November 2017. Anmerkung: Die Balken zeigen die vom IWF geschätzten Bandbreiten der Produktionslücken seit 1980. Die Punkte sind die Schätzwerte für 2017.

Nach einer rasant steigenden Inflation sieht es in Europa ebenfalls nicht aus. Der Rückstau in der Wirtschaft und technologische Neuerungen sorgen für kostengünstige Produktion und verlangsamen das Lohnwachstum. Eine Kehrtwende der Europäischen Zentralbank (EZB) in der Zinspolitik ist daher nicht zu erwarten. Die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen bleiben gut. Zudem lässt der Druck auf den Euro nach. Mit höheren US-Leitzinsen spricht vieles für ein Wiedererstarken des US-Dollars. Auch von dieser Seite dürfte sich die Wettbewerbsposition der Euroländer wieder verbessern. Das Fazit unserer Experten: Die europäische Binnenwirtschaft hat den Zenit im Zyklus noch nicht überschritten.