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Experten

BlackRock
Michael Krautzberger, Leiter des Teams für europäische Renten bei BlackRock: „Die Situation der Rentenmärkte bleibt spannend.“ | © Piotr Banczerowski

Europäische Anleihen „Aktives Management ist das A und O“

An den Anleihemärkten spitzt sich die Lage zu, vor allem die neue italienische Regierung sorgt für Turbulenzen. In diesem Umfeld haben Anleger mit aktiv gemanagten Rentenstrategien Chancen.

26.06.2018 - 09:31 Uhr | Von: 

Rauf und runter: Die Rentenmärkte sind in den vergangenen Wochen Achterbahn gefahren. Europa war dabei aus Sicht der Anleger im Zentrum des Sturms. Das lag mitunter an den Statements der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB). Besonders aber sorgte die neue Regierung Italiens mit ihrem offensiv verkündeten Desinteresse am Euro-Stabilitätspakt und dem Versuch, womöglich eine Parallelwährung zu etablieren, für Verwirrung.

Investoren begegneten den italienischen Anleihemärkten in der Folge mit zwar Skepsis, inzwischen hat sich die Lage jedoch beruhigt. Künftig könnten sich wieder gute Kaufoptionen ergeben, zumal die Nervosität bezüglich der neuen italienischen Regierung etwas nachgelassen hat.

„Gerade Zeiten, die wie diese etwas turbulenter sind, bieten aktiven Managern Möglichkeiten für attraktive Trades“, betont Michael Krautzberger, Leiter des Teams für europäische Renten bei BlackRock. „Wenn die Märkte nach Einschätzung der Experten überreagiert haben, kann es zum Beispiel interessant sein, inflationsgebundene Anleihen eines Landes zu kaufen, das Länderrisiko zu „hedgen“ und kostengünstig einen Schutz gegen möglicherweise zunehmende Inflationsrisiken für das Portfolio zu erhalten.“

Kaum Erträge an den Rentenmärkten

Da Rentenanleger sich um jeden Prozentpunkt Ertrag immer noch bemühen müssen, ist die Absicherung der Realrendite gegen Inflationsrisiken oft unerlässlich. Die Aussichten, mit einfachen Mitteln hohe Erträge aus Anleihen zu generieren, bleiben weiter gering. Zwar hat die Fed nun noch zwei Zinserhöhungen für das Jahr 2018 angekündigt, doch die steigenden Anleiherenditen von US-Staatsanleihen lassen sich für sicherheitsbewusste europäische Anleger nicht in Erträge übersetzen. Angesichts des Währungsrisikos, das solche Anleger ausschließen wollen, fressen die Kosten für die Währungsabsicherung mögliche Erträge fast vollständig auf. In gleicher Weise werden Erträge aus Schwellenländeranleihen geschmälert, die in US-Dollar denominiert sind.

In Europa werden die Leitzinsen voraussichtlich  nicht zeitnah steigen, ganz im Gegenteil: EZB-Präsident Mario Draghi kündigte den ersten Zinsschritt erst für Herbst 2019 an. Kein ungeschickter Schachzug: Denn durch die terminliche Kopplung der Zinsankündigung mit der offiziellen Festlegung zum Ende des Anleihekaufprogramms in diesem Jahr konnte sie dieser lange befürchteten Weichenstellung die Schärfe nehmen. Investoren registrierten relativ gelassen, dass sich mit der EZB ein großer Nachfrager aus dem Anleihemarkt verabschiedet.

Fazit: Die Situation der Rentenmärkte bleibt spannend. Aus Anlegersicht spricht vieles dafür, aktive Strategien ins Portfoliomanagement einzubeziehen und Risiken genau zu kalkulieren.

Hier finden Sie weiterführende Informationen zu den Anleihemärkten.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.