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Experten

BlackRock
Goldmine in Australien: Die Förderer des gelben Edelmetalls legen große Kapitaldisziplin an den Tag | © Pixabay

Fondsmanager-Interview mit Evy Hambro „Bei Rohstoffen gibt es noch Luft nach oben“

Rohstoffe sind aktuell noch in einer frühen Phase der Preiserholung, ist Evy Hambro überzeugt. Die Gründe nennt der Portfoliomanager des BlackRock Global Funds – World Mining im Interview.

17.11.2017 - 08:39 Uhr | Von: 

Herr Hambro, zu den größten Positionen im BlackRock Global Funds – World Mining (ISIN: LU0172157280) gehören Aktien von Glencore, Rio Tinto, BHP Billiton oder auch Vale – also Unternehmen, die schwerpunktmäßig im Bergbau und der Rohstoffförderung tätig sind. Welche Kriterien spielen bei der Auswahl der Wertpapiere die wichtigste Rolle und wie würden Sie Ihre Strategie beschreiben?

Hambro: Wir konzentrieren uns auf Goldproduzenten, die mit Kapitaldisziplin einen möglichst hohen freien Cashflow anstreben. Nach unserer Einschätzung werden Unternehmen mit starken Bilanzen, unterdurchschnittlichen Kosten und hervorragenden Management-Teams die Führung am Markt übernehmen.

Bei unseren Anlageentscheidungen berücksichtigen wir in der Regel quantitative und qualitative Faktoren. Besonders viel Zeit wenden wir für Analysen der Marktdynamik eines Unternehmens auf. Dabei stehen die Umsatztreiber, Jahresabschlüsse und Bewertungen sowie Risiken für unser Basisszenario im Mittelpunkt. Wir wollen die den Aktienkurs beeinflussenden Faktoren verstehen und herausfinden, was der Markt erwartet. Unser Ziel ist es, die Minenaktien mit dem besten Ausblick unter Berücksichtigung vorhandener Risiken zu finden. Wir suchen nach Firmen, die gemessen an ihren Risiken attraktiv bewertet sind.

Die Risikoeinschätzung eines Bergbauunternehmens durch den Markt kann Kursanomalien nach sich ziehen. So kommt es immer wieder vor, dass der Markt Risiken mit Blick auf den Betrieb, das geografische Engagement, die Geschäftsleitung oder die Bilanzen über- aber auch unterschätzt. Das wollen wir nutzen. Unser fundiertes Wissen über Rohstofffirmen verschafft uns in dieser Hinsicht Wettbewerbsvorteile.

Welche Argumente oder Preistreiber gibt es noch, die für Investments im Rohstoffsektor sprechen?

Hambro: Nach unseren Analysen befindet sich der Rohstoffsektor immer noch in einer frühen Phase der zyklischen Erholung. Den Bewertungen zufolge wird die Branche gegenwärtig auf einem Niveau wie in Phasen mit strukturell schwachen relativen Renditen gehandelt. Die Kurs-Buchwert-Verhältnisse nähern sich historischen Tiefs. Im Minensektor sind wir zuversichtlich, was den von den Unternehmen generierten freien Cashflow im Verhältnis zu ihrem Wert anbelangt. Die meisten größeren Firmen haben bereits die Risiken in ihren Bilanzen verringert und schütten inzwischen überschüssiges Kapital an ihre Aktionäre aus.

Wie sind die Minenunternehmen, die Sie im Portfolio haben, mit Blick auf die Optimierung der Kostenstruktur und die Reduzierung der Verschuldung aufgestellt? Gibt es hier noch Nachholbedarf?

Hambro: In der Bergbaubranche wurde im Januar 2016 die Talsohle erreicht. Damals bereiteten uns eine mögliche harte Landung Chinas und angespannte Bilanzen der Bergbauunternehmen große Sorgen. Inzwischen ist jedoch viel passiert. Aus den jüngsten Quartalsberichten gehen beachtliche Fortschritte der Minenunternehmen hervor.