Sie besuchen Multiasset.com mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »
Lars Rosenfeld, Fondsmanager des IP White bei der Freien Internationalen Sparkasse in Luxemburg | © Freie Internationale Sparkasse

Lars Rosenfeld über solide Asset-Allokation in speziellen Marktphasen „So werden Anleihen für Mischfonds besonders wertvoll“

Die niedrigen Leitzinsen machen konservativen Mischfonds-Managern schwer zu schaffen – Staatsanleihen spenden kaum noch Rendite. Lars Rosenfeld, Fondsmanager des IP White bei der Freien Internationalen Sparkasse (Luxemburg), hat eine Strategie entdeckt, mit der er dennoch gute Ergebnisse erzielen kann. Wie sie funktioniert, verrät er im Interview.

25.05.2016 - 10:06 Uhr | Von:  in Anleihen

Die Baisse zu Beginn des Jahres konnte dem IP White nichts anhaben. Ganz im Gegenteil: Er liegt deutlich im Gewinn. Was ist Ihr Geheimnis?

Lars Rosenfeld: Wir haben Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten im Portfolio übergewichtet. Aktuell bevorzugen wir Titel mit geringen Zins- und Bonitätsänderungsrisiken.

Wie finden Sie solche Papiere?

Rosenfeld: Ich suche gezielt nach Unternehmen, die ihre Anleihen mit hoher Wahrscheinlichkeit vorzeitig kündigen werden. Auf den ersten Blick denkt man bei solchen Papieren immer, dass sie noch einige Jahre laufen. Wenn man sich aber genauer mit dem Finanzierungsprofil des Unternehmens beschäftigt, wird oft klar, dass sie vorzeitig gekündigt werden. Trifft das ein, habe ich eine Anleihe im Portfolio, die beispielsweise eine Restlaufzeit von sechs Wochen hat und eine Rendite von 1,7 Prozent einbringt. Das ist im aktuellen Umfeld ein sehr gutes Geschäft.

Wann werden Anleihen vorzeitig gekündigt?

Rosenfeld: Viele Anleihen haben Kündigungsklauseln. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld können die Emittenten bestehende Schulden zu günstigen Konditionen refinanzieren. Die Unternehmen verbessern nicht nur ihr Finanzergebnis sondern auch ihr Fälligkeitenprofil. Ein weiteres Beispiel wären Kapitalmaßnahmen in einem Übernahmeprozess. Rating-Agenturen drängen Unternehmen in solchen Situationen oft dazu, bestehende Nachrangpapiere zu kündigen, um die Übernahme solide zu finanzieren. Wird dieser Wunsch nicht erfüllt, droht schon mal der Verlust des Investment-Grade-Ratings. Deshalb befolgen die Unternehmen in den meisten Fällen den Rat der Rating-Agenturen.

Lohnt sich der Kauf kurzfristiger Rentenpapiere immer?

Rosenfeld: Nein, nur in speziellen Marktphasen. Im Moment sind wir damit erfolgreich. Wenn sich die Situation ändert, passen wir uns an.