Sie besuchen Multiasset.com mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »
Neue U-Bahn im indonesischen Jakarta: Zinserhöhungen auf Eis sorgen für konjunkturelles Wohlfühlklima in Schwellenländern | © Getty Images

Geldpolitik der US-Notenbank Denkwürdiger Wandel mit Langzeitwirkung

Einzelne Schwellenländer dürften besonders von der Zurückhaltung der US-Notenbank bei der Erhöhung ihrer Zinsen profitieren. Koon Chow, EM Macro und FX Strategist bei Union Bancaire Privée (UBP), kommentiert die Auswirkungen des neuen Fed-Kurses auf die Emerging Markets.

01.04.2019 - 09:13 Uhr | Von:  in Märkte

„Die Verschiebung der Fed hin zu einem gemäßigteren Kurs begann im November letzten Jahres und gipfelte in der Entscheidung vom 20. März, die Zinserhöhungen auf Eis zu legen, 2019 keine weiteren mehr zu signalisieren und die quantitative Straffung bis September dieses Jahres zu beenden.

Es handelt sich um einen denkwürdigen Wandel, der sich auf die Emerging Markets voraussichtlich lange positiv auswirken wird. Der Fed-Shift wird den Schwellenländern auf folgende Weise helfen: Durch die Senkung der Volatilität der Vermögensmärkte, die ein kritischer Punkt für EM-Anleihen ist und durch die Veränderung der Verteilung der globalen Vermögenswerte auf private Hände.

Die neue Fed-Politik beseitigt die Angst vor höheren globalen Finanzierungskosten, was wahrscheinlich auch zu einer geringeren Volatilität der Finanzierungskosten führt. Die Volatilität der Finanzierungskosten führt zu Volatilität in verschiedenen Märkten. Wenn die Fed über einen längeren Zeitraum hinweg unveränderte Zinsen beibehält und das positive Signal der zukünftigen Politik weiter anhält, dann wird das, was zuvor eine Quelle für Aufwärtsbewegungen bei der Volatilität von Schwellenländertiteln war, zu einer Quelle für Abwärtsbewegungen.

Gutes Umfeld für Brasilien, Kolumbien und Indonesien

Seit Ende 2017 schrumpft die Fed ihre Bilanz und entzieht damit dem Dollar Liquidität, die sonst auf den Weltmärkten, einschließlich der Schwellenländer, hätte eingesetzt werden können. Es sollte eine Erleichterung sein, dass diese effektive quantitative Straffung (QT) in den USA bald vorbei ist, wenn man die negativen Auswirkungen der Vergangenheit auf die Aktien- und Anleihen in den Schwellenländern bedenkt. Da die Fed ein baldiges Ende von Quantitative Tightening (QT) und Quantitative Easing (QE) signalisiert, welche in Europa und Japan noch fortgeführt werden, sollten wir mit weniger volatilen und positiven Zuflüssen in Schwellenländertitel rechnen. Wir sehen dies als unterstützende Faktoren für die Vermögenspreise und Währungen, insbesondere dort, wo ein einladender Pool von großen offenen inländischen Finanzmärkten und stabilen bis positiven wirtschaftlichen Fundamentaldaten vorhanden ist, wie beispielsweise in Brasilien, Kolumbien, Polen, Ungarn, Russland und Indonesien.“