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EZB-Chef Mario Draghi: Das europäische BIP-Wachstum zeigt in Summe ein positives Vorzeichen | © Getty Images

Geldpolitik und Investment-Entscheidungen „Märkte setzen für 2020 zu stark auf eine lockere Geldpolitik“

Nach der Entscheidung der US-Notenbank, die Leitzinsen um 25 Basispunkte zu senken, ist nicht mit einer baldigen weiteren Zinsänderung zu rechnen, erwartet Mark Dowding, Kapitalmarktstratege von BlueBay.

20.09.2019 - 14:35 Uhr | in Meinung

Wir erwarten eher eine abwartende Haltung der Fed. Nach wie vor gehören wir zu dem Lager, das eher optimistisch auf das Wachstum der US-Wirtschaft blickt und denken daher, dass die Märkte zu stark auf eine lockere Geldpolitik im Jahr 2020 setzen.

Allerdings bleiben die geopolitischen Unsicherheiten groß. In Bezug auf die Handelskonflikte halten wir einen Waffenstillstand für wahrscheinlicher, je näher die US-Präsidentschaftswahl rückt – wenngleich die Aussicht auf ein Handelsabkommen mit China, das die Strafzölle wieder aufhebt, sehr weit weg erscheint. Ein Stillhalteabkommen, das eine weitere Eskalation vermeidet, erscheint uns am wahrscheinlichsten, jedoch kann ein weiterer Flächenbrand nicht ausgeschlossen werden. Nach unserer Analyse schwächt sich unterdessen die Konjunktur in China weiter ab.

EZB-Politik führt zu Stabilisierung

In Europa haben die jüngst angekündigten Maßnahmen der Europäischen Zentralbank und eine weiterhin robuste Nachfrage zu einer Stabilisierung geführt und das BIP-Wachstum zeigt in Summe ein positives Vorzeichen.

Interessant ist zu beobachten, wie unterschiedlich die Europäer auf die Niedrigzinspolitik reagieren. Die Deutschen scheinen zu glauben, dass sie bei niedrigen Zinsen noch mehr sparen müssen. In anderen Ländern, wie beispielsweise in Irland, wird dagegen mehr Geld geliehen und ausgegeben. Diese Entwicklung sollte man im Auge behalten, denn sie könnte zu weiteren strukturellen Ungleichgewichten innerhalb der Eurozone führen.