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Sprenglochbohrung in einem Bergwerk von First Majestic Silver: Minenaktien verfügen über hohes Aufwärtspotenzial | © First Majestic Silver

Gold- und Silberaktien „Käufer profitieren jetzt von einer hohen Sicherheitsmarge”

Allmählich ändert sich das Umfeld für Gold nach Auffassung von Georges Lequime, Senior Partner der Earth Resource Investment Group. Obwohl die Zeit für aggressive Positionierungen in Gold noch nicht reif sei, sollten Anleger dem vergleichsweise extrem unterbewerteten Sektor ein wenig Aufmerksamkeit schenken.

09.04.2018 - 10:38 Uhr | Von:  in Gold

multiasset.com: Herr Lequime, große Vermögensverwalter wie BlackRock und Flossbach von Storch haben Ende des vergangenen Jahres ihr Gold-Exposure teils deutlich erhöht. Welche Gründe sprechen derzeit für Edelmetall-Investments?

Georges Lequime: Große Vermögensverwalter ziehen Gold als Mittel zur Diversifikation heran, wenn sie davon ausgehen, dass sich die Wertentwicklung anderer Asset-Klassen von ihren fundamentalen Grundlagen entfernt hat – Gold weist in unsicheren Wirtschaftslagen eine negative Korrelation zu Aktien auf. Ende des vergangenen Jahres erreichten die Bewertungen globaler Aktien, vor allem in den USA, nahezu Rekordniveaus. Hintergrund waren die erwarteten Steuererleichterungen und Infrastrukturmaßnahmen der Trump-Administration. Zugleich blieben Anleiherenditen sehr deutlich unter dem Ertragsniveau der jüngeren Zeit zurück.

Seit 2011 war das globale wirtschaftliche Umfeld ungünstig für die Preisentwicklung von Gold – gekennzeichnet von einer sehr niedrigen oder sogar negativen Inflation und boomenden Aktien- und Anleihemärkten. Dieses Umfeld scheint sich jetzt zu ändern. Asset Manager suchen daher zunehmend nach Mitteln und Wegen, um die ihnen anvertrauten Gelder vorrangig zu schützen anstatt zu vermehren. Aktuell drängt die Sorge vor Handelskriegen – die zweifellos die Weltwirtschaft schwächen – Vermögensverwalter in sichere Häfen, zu denen Gold gehört.

Die schrittweisen Zinserhöhungen der Fed – drei bis vier Zinsschritte sind im laufenden Jahr zu erwarten – sind doch eigentlich abträglich für Gold. Warum steigt der Preis trotzdem?

Lequime: Der Markt ist immer schon zwei, drei Schritte weiter. Der Goldpreis hat bereits drei bis vier Zinsschritte im laufenden Jahr und mindestens drei weitere im Jahr 2019 eingepreist. Sollte sich an diesem Bild überraschend etwas ändern, werden Anleger Gold kaufen beziehungsweise verkaufen. Aus fundamentaler Sicht verliert Gold seinen Reiz zur Absicherung, wenn die US-Leitzinsen real über 2 Prozent steigen. Weil die 10-jährigen US-Anleihen bei rund 2,8 Prozent rentieren, die Inflation sich nur um 2 Prozent bewegt und der US-Leitzins in der Spanne von 1,50 bis 1,75 Prozent liegt, verläuft die Goldpreisentwicklung gedämpft.