Sie besuchen Multiasset.com mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »
Machiel Zwanenburg, Portfolio Manager Quant Equities bei Robeco: „Nachhaltigkeit und finanzielle Ziele sind kein Gegensatz.“ | © Robeco

Gutes tun und Gewinn machen Nachhaltigkeit trifft Factor Investing

Anleger stehen oft vor der Wahl, Gutes für die Gesellschaft zu tun oder Renditen zu maximieren. Das eine muss das andere jedoch nicht ausschließen: Die durch Aktienauswahl erreichte Rendite eines Portfolios hängt auch mit der Balance zwischen Nachhaltigkeitsaspekten und quantitativen Faktoren zusammen, wie eine Robeco-Studie zeigt.

12.09.2018 - 07:49 Uhr | Von:  in Fonds

Immer mehr Anleger erwarten hohe Nachhaltigkeitsstandards. Investmentmanager sehen sich daher gefordert, Aspekte wie Umwelt, Soziales und Qualität der Unternehmensführung (ESG-Kriterien) ohne Abstriche beim Ertrag zu berücksichtigen. Es gibt viele Wege, Nachhaltigkeit in einem quantitativen Portfolio umzusetzen. Welche Ansätze überzeugen, hat Robecos Machiel Zwanenburg jüngst untersucht. Die Leitfrage des Portfoliomanagers lautete: Ist es möglich ein Portfolio zusammenzustellen, in dem Nachhaltigkeitsziele und Risiko-Rendite-Erwartungen im richtigen Verhältnis stehen?

Speziell für Faktor-Investing-Anleger stellt sich die Frage, wie sie die ESG-Profile ihrer Strategien verbessern und weiter von Faktorprämien wie Momentum profitieren können. „Wir können auf Basis empirischer Daten eine Effizienzlinie nachweisen: Man kann das Nachhaltigkeitsprofil eines Portfolios verbessern und Alpha vereinnahmen, wobei es dem einzelnen Anleger weiter möglich ist, seine individuellen Anforderungen an Faktoren und ESG-Kriterien zu berücksichtigen“, sagt Zwanenburg. Der Robeco-Experte hat folgende drei Ansätze als besonders wichtig identifiziert:

1. Nachhaltigkeit und finanzielle Ziele unabhängig voneinander angehen: Dabei wird ein bestimmter Prozentanteil des Portfolios in eine faktorbasierte Strategie investiert, um die gewünschten finanziellen Ziele zu erreichen. Der verbleibende Teil wird in einer ESG-orientierten Strategie angelegt, um das Nachhaltigkeitsprofil des Gesamtportfolios zu verbessern. Allerdings ist ein solcher Ansatz möglicherweise nicht ideal, da die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten oft zulasten der Faktor-Exposures geht und umgekehrt.

2. Das Marktportfolio anhand von Nachhaltigkeitskriterien filtern und eine faktorbasierte Strategie auf das verbleibende Anlageuniversum anwenden: Dieses Vorgehen kann zwar zu besseren Ergebnissen führen, ist aber ebenfalls nicht ideal. Hier geht es darum die Anlagen in Unternehmen, die in Bezug auf Nachhaltigkeitskriterien wie dem CO2-Fußabdruck schwach abschneiden, zu vermeiden. Nicht im Fokus steht jedoch das Ergebnis: die Rendite als auch des Nachhaltigkeitsprofils des Portfolios zu verbessern.

3. Faktor-Exposure maximieren und Nachhaltigkeitsprofil optimieren: Dies gelingt, indem man Nachhaltigkeit bereits im Rahmen des quantitativen Aktienauswahlmodells als Thema berücksichtigt oder als zusätzliches Kriterium bei der Portfoliokonstruktion aufnimmt.