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Herbsttagung im Hauptsitz des IWF in Washington, D.C.: IWF-Chefin Christine Lagarde kritisierte die US-Handelspolitik | © Getty Images

Herbsttagung von IWF und Weltbank Dringende Warnungen an die Politik

Die Europäische Zentralbank will ihre lockere Geldpolitik angesichts einer weiterhin schwachen Inflation beibehalten. Die Eurozone-Staaten sind derweil aufgefordert ihre Haushalte zu sanieren – solange die konjunkturelle Schönwetter-Periode noch anhält.

16.10.2017 - 11:02 Uhr | Von:  in Geldmarkt

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat die Finanzmarktteilnehmer auf der Herbsttagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank in Washington, D.C. auf weiterhin niedrige Zinsen eingestimmt. Nur langsam komme die Inflation in der Eurozone auf dem Weg zum EZB-Ziel von knapp 2 Prozent voran. „Es wird Zeit brauchen. Wir müssen Geduld haben“, blickte Draghi voraus.

Dennoch verwies der Italiener auf Erfolge der Europäischen Notenbank. Der Preisauftrieb nähere sich aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage „nachhaltig“ dem anvisierten Ziel. Derzeit gebe es jedoch keine Veranlassung, die Geldpolitik der EZB zu straffen. Trotz der Konjunkturbelebung bleibe die Inflation in der Eurozone weiterhin zu niedrig. Überzeugende Signale für einen nachhaltigen Aufwärtstrend müssten zunächst abgewartet werden. Draghi: „Würden Sie jetzt die Zinsen erhöhen? Die Antwort ist nein.“

Lagarde und Draghi fordern Reformanstrengungen

In ihrer Rede in Washington nahm die IWF-Chefin Christine Lagarde die Politik in die Pflicht, das derzeitige weltweit stabile Wirtschaftswachstum zu nutzen, um gegen mittelfristige Risiken vorzugehen, die sich bereits abzeichneten. Auch der EZB-Chef Draghi forderte die hoch verschuldeten Länder des Euroraums auf, die wirtschaftlich günstige Lage zur Sanierung ihrer Haushalte zu nutzen. „Wenn die Sonne scheint, muss man das Dach reparieren“, erinnerte Draghi an die Worte des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy.

Tiefgreifende Reformen der Haushalte der Eurozone seien unabdingbar, um für „finanziellen Spielraum“ in der nächsten Krise zu sorgen.