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Marc Homsy, Leiter Anlagenvertrieb Deutschland bei Danske Invest: „Wir halten an unserer neutralen Gewichtung im Energiesektor fest.“ | © Danske Invest

Höhenflug der Ölpreise Dies sind die Gewinner und Verlierer

Seit ihrem Tiefpunkt Anfang 2016 haben sich die Ölpreise mehr als verdoppelt. Die Ursachen für den steilen Preisanstieg des schwarzen Goldes sind vielfältig. Worauf sich Anleger einstellen sollten, beleuchtet Marc Homsy, Leiter Anlagenvertrieb Deutschland bei Danske Invest.

15.06.2018 - 11:18 Uhr | Von:  in Rohstoffe

Der Preis für Brent-Öl knackte kürzlich das erste Mal seit November 2014 die Marke von 80 US-Dollar. Dafür gibt es mehrere Ursachen. Als der Ölpreis 2016 seinen Tiefpunkt erreichte, hatten wir am Markt ein Überangebot und brechend volle Lagerbestände, die wie eine schwere Decke auf den Ölpreisen lagen. Doch die niedrigen Preise führten zu einer Stilllegung vieler Förderstätten, die nicht mehr rentabel waren. Dies trug zur Reduzierung des Angebots bei. Gleichzeitig heizte das hohe Wirtschaftswachstum die Nachfrage an, und die OPEC vereinbarte Produktionskürzungen mit Russland, um die hohen Lagerbestände abzubauen.

Im Ergebnis ist der Ölmarkt heute anfälliger für Ereignisse, die das globale Angebot reduzieren können: Sowohl die Wiedereinführung der US-Sanktionen gegenüber dem Iran als auch die gravierende Wirtschaftskrise in Venezuela hatten beispielsweise einen Rückgang der Produktion zur Folge.

Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Finanzmärkte

Im Allgemeinen haben wir die steigenden Ölpreise bisher als Bekräftigung der globalen Konjunkturdynamik aufgefasst und nicht als Hindernis für den Aufschwung. Die Preisanstiege im letzten Monat sind jedoch großenteils auf die Befürchtungen vor einem geringeren Angebot zurückzuführen, unter anderem als Folge der Iran-Sanktionen. Gleichzeitig haben die anziehenden Notierungen dazu beigetragen, die Zinsen in den USA nach oben zu treiben, da die Preisanstiege unter anderem steigende Inflationserwartungen wecken.

Für die Finanzmärkte waren die steigenden Ölpreise vorwiegend positiv. 2016 standen viele schuldengeplagte Ölunternehmen unter großem Druck – und das hatte nicht nur fallende Aktienkurse zur Folge, sondern auch eine große Unsicherheit in Bezug auf den Wert der Unternehmensanleihen, die diese Ölunternehmen emittiert hatten. Ein Teil dieser Unsicherheit ist jetzt verschwunden – auch, weil eine Reihe US-amerikanischer Ölunternehmen die gute Dynamik nutzten, um sich über Aktienemissionen neues Kapital zu beschaffen.