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Indiens Premier Narendra Modi spricht zum Volk: Eine zweite Amtszeit sollte für politische Prognostizierbarkeit sorgen | © Getty Images

Indiens Initiative „Make in India“ Nach den Wahlen aktueller denn je

Modi’s Sieg bei den indischen Wahlen war beeindruckend, staunt Euan Weir, Investment Manager Aktien bei Kames Capital: Der erste amtierende Premierminister, der seit über 50 Jahren mit einer größeren Mehrheit und einem Stimmenanteil von über 50 Prozent in den meisten Bundesstaaten wiedergewählt wurde.

04.06.2019 - 09:24 Uhr | in Artikel

Eine zweite Amtszeit sollte politische Kontinuität und möglicherweise sogar Prognostizierbarkeit ins Land bringen. Allerdings gibt es bereits eine Debatte über Modis Schlüsselaufgaben. Was wird Modis politische Agenda sein, um diese zu erreichen? Wachstum, Reformen, die Wiederaufnahme des Kampfes gegen die Vetternwirtschaft, Unterstützung für die Armen durch Sozialhilfesysteme, Privatisierungen, Unterstützung der ländlichen Wirtschaft und der Bauern? Ausbau der dringend benötigten Infrastruktur und bezahlbarem Wohnraum?

Die absolute Mehrheit bei der Wahl kann den Druck des kompetitiven Populismus zwar verringern, doch Infrastruktur, erschwinglicher Wohnraum und niedrige Inflation (und damit auch Kapitalkosten) scheinen angemessene Investitionen zu sein.

Verbesserungen im Bereich Infrastruktur und Arbeitsrecht erforderlich

Modis Politik der „Make in India“-Initiative von Ende 2014, die Unternehmen ermutigen soll, in Indien zu produzieren, ist weiterhin aktuell. Die indische Wirtschaft ist nach wie vor stark auf das Inland ausgerichtet. Angesichts des Umfelds eines sich abschwächenden Welthandels und zurückgehender Preise für Agrarrohstoffe: Könnte es vielleicht ein guter Zeitpunkt sein, um die Initiative erneut aufzugreifen? Die Wahrscheinlichkeit eines Handels- oder gar Kalten Krieges zwischen den USA und China ermutigt, die Produktion von China nach ASEAN und Vietnam zu verlagern. Uns war stets bewusst, dass diese Initiative wichtig war, dennoch hat uns unsere Reise nach Asien vor kurzem erneut an ihre Bedeutung erinnert.

Vietnam muss technisch schnell aufrüsten, denn es werden weitere Produktionsmöglichkeiten benötigt. Indiens längerfristiges Inlandsbedarfspotenzial und seine nominal niedrigen Kosten müssen attraktiv bleiben. Geografisch ist Indien eher vom Einflussbereich Chinas entfernt, aber als größte Demokratie der Welt (mit starker Demografie) könnte Indiens Rolle in jedem Handelskrieg von zentraler Bedeutung sein. Das Potenzial, die politische Agenda „Make in India“ über die Automobilindustrie hinaus sinnvoll voranzutreiben, scheint sehr konkret. Um diese Chance zu nutzen, sind unter anderem Verbesserungen in den Bereichen Infrastruktur und Arbeitsrecht erforderlich.

Für Indien und die Initiative „Make in India“ scheint die Zeit reif zu sein!