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Treueschwüre auf einer Brücke in Frankfurt/Main, dahinter der EZB-Sitz: Die geldpolitischen Stimulanzien beginnen ihre Wirkung zu verlieren | © Getty Images

Inflation und Stagflation Arbeitskosten in Deutschland ziehen an

Im ersten Quartal 2018 haben sich die deutschen Arbeitskosten um 1,0 Prozent zum Vorquartal erhöht. Eigentlich gute Nachrichten, wenn die Konjunktur nicht schwächeln würde. Die Europäische Zentralbank sitzt in der Falle.

08.06.2018 - 13:49 Uhr | Von:  in Märkte

Der Anstieg der deutschen Arbeitskosten hat sich im ersten Quartal 2018 beschleunigt. Der für die Bestimmung der zukünftigen Inflation wichtige Vorlaufindikator legte um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Zum Vergleich: Im Schlussquartal 2017 hatte der Anstieg nur 0,4 Prozent betragen. Im Vorjahresvergleich lagen die Arbeitskosten im ersten Quartal 2018 sogar um 2,3 Prozent höher. Anders im Vorquartal, dem vierten Quartal 2017: Damals belief sich der Zuwachs im Vorjahresvergleich lediglich auf 1,5 Prozent.

Diese mehr oder weniger moderaten Preissteigerungen kommen der Europäischen Zentralbank (EZB) gelegen: Peter Praet, EZB-Chefökonom, hat jüngst signalisiert, dass die Währungshüter zunehmend zuversichtlich sind, dass die Inflation in der Eurozone inmitten eines starken Wachstums und steigender Löhne wieder zum Zielwert von knapp 2 Prozent zurückkehren werde.  

„Die Signale, die eine Konvergenz in Richtung unseres Inflationsziels zeigen, haben sich verbessert“, stellte Praet in einer Rede in Berlin fest. „Sowohl die zugrunde liegende Stärke in der Wirtschaft des Euroraums als auch die Tatsache, dass sich diese Stärke zunehmend auf die Lohnbildung auswirkt, stützen unsere Zuversicht, dass die Inflation das EZB-Ziel erreichen wird“, gab er sich optimistisch.

Rhetorische Ankündigung des Endes der Anleihenkäufe

Die Kommentare aus der Führungsebene der zweitgrößten Zentralbank der Welt signalisieren: Trotz der aktuellen Anzeichen einer Konjunkturabschwächung in der Eurozone und der politischen Turbulenzen in Italien und Spanien deutet die EZB zumindest in ihrer Rhetorik an, ihre Anleihenkäufe bald auslaufen zu lassen. Bislang will die EZB bis mindestens September 2018 monatlich Anleihen im Wert von 30 Milliarden Euro kaufen.

Die Bekanntgabe einer Richtungsänderung könnte unter Umständen bereits auf der geldpolitischen Entscheidung der EZB am 14. Juni anstehen. Im Vorfeld der EZB-Zusammenkunft in Riga hatten Medien berichtet, dass die geldpolitischen Entscheidungsträger der Europäischen Zentralbank auf ihrer Juni-Sitzung offenbar mit einer Diskussion darüber rechnen, wann die Aktivakäufe beenden werden sollen. Die Journalisten beriefen sich auf einen ungenannten, mit der Angelegenheit vertrauten Euroraum-Vertreter.