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Schweinemast: Wegen der hohen Nachfrage aus China ist Schweinefleisch knapp und teuer  | © Getty Images

Inflation Importpreise auf Jahressicht um 3,8 Prozent gestiegen

Die Importpreise in Deutschland lagen im Jahresdurchschnitt 2017 sehr deutlich über dem Vorjahreswert. Die Preise für die Exporte erhöhten sich infolgedessen um 1,8 Prozent – größter Preisanstieg seit 2011.

29.01.2018 - 10:46 Uhr | Von:  in Märkte

Waren die Einfuhrpreise im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr 2015 noch um 3,1 Prozent gesunken, haben sie binnen Jahresfrist mit einer Spanne von 6,9 Prozent zugelegt, teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Die Einfuhrpreise sind im Jahresdurchschnitt 2017 um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Es handelt sich damit um den stärksten Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr seit 2011, als die Preise um 6,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2010 nach oben schossen.

Weltkonjunktur verteuert Vorleistungsgüter

Besonders auffällig war die Preisentwicklung bei importierten Vorleistungsgütern, also Gütern, die im Produktions­prozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden. Sie hatten mit einem Plus von 5,1 Prozent gegenüber 2016 den größten Einfluss auf die Preisteuerung bei den Einfuhrpreisen.  

Innerhalb der Gruppe der importierten Vorleistungsgüter wiederum haben die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen eindrucksvoll angezogen: Sie lagen um 20,8 Prozent über dem Niveau von 2016. Für Nicht-Eisen-Metalle und Halbfertigwaren daraus musste im Jahresdurchschnitt 11,6 Prozent mehr bezahlt werden als ein Jahr zuvor. Auch Chemische Grundstoffe verteuerten sich um 7,7 Prozent. Mit preislichem Rabatt kamen hingegen elektronische Bauelemente ins Land (-1,6 Prozent).

Energiepreise liegen massiv höher

Die Jahresveränderungsrate der Einfuhrpreise wurde auch durch die Energieträger nach oben geschoben: Deren Preise zogen um 18,9 Prozent gegenüber 2016 an. Steinkohle verteuerte sich um 39,0 Prozent, Rohöl um 22,8 Prozent. Die Preise für Mineralölerzeugnisse lagen im Durchschnitt um 20,3 Prozent über dem Niveau von 2016, importiertes Erdgas war um 9,3 Prozent teurer.

Agrarprodukte weiterhin günstig

Wieder eingefangen wurde die Gesamtrate der Einfuhrpreise durch die Preiszettel an importierten landwirtschaftlichen Güternsie verteuerten sich gegenüber 2016 lediglich um 1,0 Prozent. Mehr Geld musste hier vor allem für lebende Tiere und Erzeugnisse tierischen Ursprungs (+12,1 Prozent) ausgereicht werden. Das lag unter anderem an den beträchtlich gestiegenen Preisen für lebende Schweine (+16,1 Prozent) und für Eier (+15,2 Prozent). Rohkakao war hingegen 30,5 Prozent billiger.

Gebrauchsgüter und Investitionsgüter billiger

Die Preise für importierte Gebrauchsgüter und Investitionsgüter gingen 2017 gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Preise für importierte Gebrauchsgüter gaben um durchschnittlich 0,5 Prozent im Preis nach.

Bei den Investitionsgütern lag der Preisrückgang bei 0,4 Prozent. Unter anderem waren Datenverarbeitungsgeräte (-3,6 Prozent) günstiger als im Vorjahr.

Der Preisanstieg der Importgüter schlug im Jahresdurchschnitt 2017 auf Deutschlands Ausfuhrpreise durch: Sie lagen um 1,8 Prozent über denen des Vorjahres (2016: -0,9 Prozent). Wie Destatis beobachtet, handelte es sich dabei um den größten Preisanstieg seit 2011 (+3,3 Prozent gegenüber 2010).