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HSBC-Filiale in London, Großbritannien: Die britische Bank ist eines der größten Large-Cap-Unternehmen auf dem europäischen Markt | © Getty Images

Infografik Europas Aktienrenditen im Aufwind

Der Börsenzyklus in den USA nähert sich seinem Ende. Europas Aktienwerte gewinnen dagegen an Zuspruch. Passend dazu erwarten die Experten von J.P. Morgan AM deutlich höhere Renditen bei europäischen Large Caps.

08.09.2017 - 12:44 Uhr | Von:  in Aktien

Mario Draghi kündigte am 7. September, bei der sechsten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in diesem Jahr, an, ab Oktober 2017 über das Ende des Anleihenkaufprogramms diskutieren zu wollen. Bis zum Dezember sollen die Anleihenkäufe allerdings auf jeden Fall fortgesetzt werden.

Experten gehen davon aus, dass die EZB den Ausstieg aus ihrem Ankaufprogramm nur langsam angehen will, um die Finanzmärkte nicht in Aufruhr zu versetzen. Ein rapider Abbruch des Programms könnte die Anleger im Unklaren darüber lassen, welche Auswirkungen diese Entscheidung mit sich bringt. Investoren könnten ihre Renditen gefährdet sehen und Kapital aus Europa abziehen. Asien gilt zum Beispiel als Alternative, nicht zuletzt aufgrund neuer Investitionsmöglichkeiten in China. Dessenungeachtet sind die Erwartungen an die konjunkturelle Entwicklung und die Renditeerträge in der Eurozone hoch, wie eine Grafik von J.P. Morgan AM zeigt.

Starke Renditezuwächse bei europäischen Large Caps erwartet

Sie stellt die derzeit erwarteten Renditen am Markt den bisherigen tatsächlich erzielten Renditen gegenüber. Dabei fällt auf: Innerhalb des kommenden Jahrzehnts erwarten die Experten der US-Investmentbank für die Aktien von europäischen und britischen Large Caps (Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung über 10 Milliarden US-Dollar) ein jährliches Wachstum von rund 6 Prozent. Doch im vergangenen Jahrzehnt lagen die tatsächlich erzielten Renditen nur halb so hoch wie die heutigen Erwartungen. 

Bei Aktien aus Schwellenländern winken laut den J.P. Morgan-Analysten zukünftig sogar bis zu 8 Prozent Wachstum. Doch auch hier lagen die Renditen im vergangenen Jahrzehnt deutlich niedriger als die für das kommende Jahrzehnt erwarteten Renditen. Bislang sind Schwellenländer-Assets im Vergleich viel niedriger bewertet als europäische Large Caps. Entwickelt sich die Weltkonjunktur weiterhin dynamisch, könnten die tatsächlichen Renditen mit den erwarteten Renditen gleichziehen. 

Interessant auch der Blick in die USA: Hier werden fallende Aktienerträge prognostiziert, da sich der Börsenzyklus seinem Ende nähert. Schon jetzt halten viele Experten die meisten US-Aktienwerte für überbewertet.

Die von J.P. Morgan AM aufgelisteten Anlage-Alternativen zu Aktien dürften im kommenden Jahrzehnt keine höheren Renditechancen bieten. Die Erträge aus Rohstoff-Investments könnten zwar wieder ins Plus zurückkehren. Die Renditen dürften allerdings nur um rund 2 Prozent wachsen.

Die Grafik zeigt die bisherigen Renditeerträge verschiedener Asset-Klassen und die prognostizierten Renditeerträge dieser Klassen im kommenden Jahrzehnt:

Quelle: J.P. Morgan Multi-Asset-Solutions