Sie besuchen Multiasset.com mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »
Ex-US-Außenminister John Kerry, mit Enkelin, beim Unterzeichnen des Pariser Klimavertrags: BMO erschließt finanzielle Returns und gibt Anlegern Auskunft darüber, welchen finanziellen Impact ihre Investments haben | © Getty Images

Interview mit BMO Global Asset Management „Geballte Macht wirkt“

Den Klimavertrag von Paris trägt BMO Global Asset Management in die Wirtschaft. Zusammen mit Verbündeten aus der Finanzbranche öffnen sich immer mehr Unternehmen für Klimaschutzstrategien, berichtet Thomas Hassl, Analyst im Responsible Investment Team.

19.02.2019 - 17:24 Uhr | Von:  in Aktien

multiasset.com: Herr Hassl, BMO gilt als Vorreiter bei Investmentstrategien, die Nachhaltigkeitsziele verfolgen. Was muss man dazu wissen?

Thomas Hassl: BMO Global Asset Management betreibt seit 35 Jahren nachhaltige Investments, wir hatten damals als einer der ersten Vermögensverwalter in Europa einen Nachhaltigkeitsfonds mit Negativlisten auf den Markt gebracht. Schon im Jahr 2000 haben wir ein Responsible Engagement Overlay-Produkt (Reo) entwickelt und den Kunden angeboten. Der Name „Reo“ ist Programm zugleich: Mit den Unternehmen wird ein konstruktiver Dialog geführt – das ist die „Engagement“-Komponente. Das heißt: Einzelne Unternehmen werden nicht von der Anlage ausgeschlossen, sondern sollen „auf Kurs“ gebracht werden. Das Overlay hat also keine Auswirkung auf die Zusammensetzung des bestehenden Investorenportfolios.

Wie überprüfen Sie, ob ein Unternehmen nachhaltig wirtschaftet?

Hassl: Wir analysieren die Portfolios systematisch nach ESG-Kriterien (Environmental, Social and Governance). Die Datenlage, über die wir verfügen, ist bereits gut, sie verbessert sich – nicht zuletzt aufgrund unserer eigenen Recherche – aber stetig.

Generell ist unser Ansatz: Wir vertrauen keinen Fremddaten. Wir würden keine Investmententscheidungen treffen, die sich nur auf diese Daten beziehen. Wir ziehen daher ergänzend unser hauseigenes systematische Screening heran, um so genannte rote Flaggen zu identifizieren – die uns helfen ESG-Risiken zu identifizieren.

Ein Beispiel für eine solche ESG-Flagge ist Klimawandel. Wir schauen uns hierzu Unternehmen an, bei denen CO2 ein Thema ist. Speziell für Energie- und Versorgungsunternehmen, Automobil- und Industrieunternehmen sowie für Chemieunternehmen haben wir Kategorisierungen mittels roter Flaggen entwickelt. Sie zeigen uns an, wie der CO2-Fußabdruck des Unternehmens aussieht. Liegt die CO2-Intensität eines Unternehmens signifikant über dem Industriedurchschnitt, wird dies als rote Flagge gekennzeichnet und von unserem Expertenteam im Detail analysiert.

Und erst dann treffen Sie Ihre Entscheidung?

Hassl: Wir schauen uns unsere Prüfergebnisse als Signal an. Aber wir treffen noch keine Entscheidungen auf dieser Grundlage. Nehmen wir den Fall eines fiktiven Automobilherstellers. Dieser ist vertikal integriert und hat ein Stahlwerk im Firmenverbund. Andere Automobilhersteller hingegen kaufen den Stahl ein. Der CO2-Fußabdruck des Unternehmens, das den Stahl selber produziert, ist natürlich höher als derjenige des Zukäufers. Wenn wir ein Unternehmen bestrafen würden, auf der Grundlage nur dieses einen Datenpunktes, würden wir dem Unternehmen und auch seiner Nachhaltigkeit nicht gerecht werden.

Institutionelle Investoren, aber auch die Privatinvestoren interessieren sich verstärkt für Nachhaltigkeit und spezielles Impact Investing. Wie stellen Sie sicher, dass diese Prozesse von den Unternehmen tatsächlich gelebt werden?

Hassl: Für Kunden, die nach nachhaltigen Investmentprodukten suchen, bieten wir bei BMO Global Asset Management eine Reihe von Nachhaltigkeitslösungen wie zum Beispiel eine Responsible Global Equity-Strategie und eine Responsible Emerging Market-Strategie an. Hierbei steht ganz klar im Vordergrund: Die Kunden von BMO erzielen finanzielle Returns und erhalten Auskunft darüber, welchen finanziellen Impact ihre Investments haben. Was wird mit dem investierten Geld gemacht, was leisten die Unternehmen? Wichtig ist, dass die Unternehmen imstande sind, über ihre Strategien im Bereich Nachhaltigkeit zu berichten.