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Christine Bernhofer Geschäftsführerin der Swiss Life KVG | © Swiss Life KVG, Dirk Beichert.

Interview mit Christine Bernhofer, Swiss Life KVG „Im Bereich Healthcare wird die Nachfrage stark steigen“

Christine Bernhofer ist Geschäftsführerin der Swiss Life KVG. Wir sprachen mit ihr über die Aussichten der Immobilienbranche, die Suche nach geeigneten Immobilien und über die Strategie des offenen Immobilienfonds Swiss Life REF (DE) European Real Estate Living and Working.

29.11.2018 - 11:50 Uhr | Von:  in Immobilien

multiasset.com: Der Fonds Living and Working von Swiss Life investiert in verschiedene interessante Segmente, wie sie typisch sind für innerstädtische Mischgebiete. Sehen Sie eine Entwicklung in die Richtung, dass Wohnen, Arbeiten und Gewerbe wieder mehr zusammenrücken, wie das früher in den Gemeinden der Fall war?

Christine Bernhofer: Während sich Leben und Arbeiten vor dem Hintergrund der Digitalisierung unserer Gesellschaft insbesondere in urbanen Räumen immer mehr vermischen, sind Gewerbebetriebe nach wie vor primär an den Stadtrandgebieten zu finden. Dies liegt auch an baurechtlichen Bestimmungen. Unser Fonds berücksichtigt Megatrends wie Demographie, Urbanisierung und Digitalisierung und ist daher breit diversifiziert. Wir favorisieren eine Mischung aus Office, Retail, Healthcare und Wohnen. Die Streuung über die unterschiedlichen Asset-Klassen sichert dem Fonds eine stabile Wertentwicklung und optimale Risikostreuung.

Können Sie uns ein Beispielobjekt nennen?

Bernhofer: Ein gutes Beispiel für unsere Strategie ist das Castra-Regina-Center im Zentrum von Regensburg, das wir aus dem Bestand eines geschlossenen Fonds erworben haben. Es beinhaltet Praxisflächen für Ärzte, eine Klinik, eine Seniorenresidenz, ein Hotel, eine Apotheke sowie ein Reha-Zentrum. Seine Nutzung spiegelt in idealer Weise das Motto von Swiss Life wider: ‚Länger selbstbestimmt leben‘. Umfragen beweisen, dass dieser Faktor für ältere Menschen noch wichtiger ist als Gesundheit.  Dank der Immobilien-Expertise der gesamten Swiss Life Gruppe konnten wir uns dieses erstklassige Objekt in Regensburg sichern.

Zu den Mietern der Fondsobjekte zählen auch Einzelhändler. Sehen Sie dabei keine Gefahr, dass Ihnen dieses Segment bald wegbricht? Viele Einkaufscenter zum Beispiel tun sich wegen des zunehmenden Onlinehandels schwer mit der Vermietung.

Bernhofer: Wir vermieten an typische Nahversorger wie Lebensmittelmärkte oder zunehmend auch Drogerien mit Lebensmittelsortiment. Diese Nachfrage wird es immer geben. Denn die meisten Menschen wollen doch Lebensmittel wie Obst und Fleisch vor Ort sehen, bevor sie sie kaufen. Daher gefährdet der Onlinehandel nicht unsere Strategie. Zudem liegt der ganz überwiegende Schwerpunkt unserer Objekte bei der Wohnraumvermietung. Und im Bereich Wohnraum haben wir eine sehr hohe Vermietungsquote, sodass wir insgesamt auf eine Vermietungsquote von rund 98 Prozent kommen.

Trotzdem dürfte das Segment Retail nicht überproportional stark wachsen. Wo sehen Sie die größten Wachstumschancen?

Bernhofer: Es ist ja kein Geheimnis, dass das Durchschnittsalter der Bevölkerung in allen westlichen Ländern steigt. In einigen Ländern kommt es sogar zu extremer Alterung. Gleichzeitig wollen die meisten Menschen zuhause alt werden und erst in ein Seniorenheim, wenn es gar nicht mehr anders geht. Das bedeutet, dass vor allem im Bereich Healthcare die Nachfrage nach passenden Immobilien stark steigen wird. Die Mischung in unserem Fonds deckt genau diese Lebenswirklichkeit ab.