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Goldbarren: Edelmetalle als unkorrelierte Assets profitieren von den Sorgen der Anleger | © Getty Images

Investec Global Multi-Asset Income Das Weltwirtschaftswachstum überrascht weiterhin negativ

Zuletzt kam es an den Märkten zu Gegenwind, da die Handelsgespräche ins Stocken gerieten, einige Konjunkturindikatoren nachgaben und die Wahrscheinlichkeit einer weltweiten Rezession zunahm, analysiert John Stopford, Head of Multi Asset Income bei Investec AM.

01.07.2019 - 10:16 Uhr | in Artikel

Bei den Wachstums-Assets gaben Aktien zwar unterschiedlich stark, aber doch ausnahmslos nach, wobei Emerging-Market-Titel noch mehr verloren als Industrieländerwerte. Britische Aktien hielten sich überdurchschnittlich gut, da das Pfund aufgrund der Angst vor einem harten Brexit abwertete. In den USA und im Euroraum weiteten sich die Credit Spreads aus, sodass High-Yield-Anleihen beiderseits des Atlantiks Verluste verzeichneten. Investmentgrade-Anleihen hielten sich besser als High Yield, lagen aber in Europa anders als in den USA ebenfalls im Minus. Der Ölpreis litt stark unter der nachlassenden Risikobereitschaft und fiel zweistellig.

Im defensiven Bereich half die nachlassende Risikobereitschaft der Anleger US-Staatsanleihen, deutschen und britischen Titeln. Sie verzeichneten Gewinne, da die Renditen im Berichtsmonat deutlich zurückgingen. Im Währungsbereich ist neben dem schwachen Pfund die Aufwertung des US-Dollar gegenüber den meisten anderen G10- und Emerging-Market-Währungen berichtenswert. Die stärkste G10-Währung war der japanische Yen, der von der Flucht in die Qualität profitierte.

Bei den unkorrelierten Assets profitierte Gold von den Sorgen der Anleger.

Performancerückblick

Unsere Multi-Asset-Strategie verzeichnete absolut gesehen Verlust (brutto, vor Abzug von Gebühren).* Hauptgrund für den Minderertrag waren Aktien; die wichtigsten Aktienindizes verloren stark. Die Einzelwertauswahl war leicht positiv, und die Absicherung der Aktienpositionen sorgte für einen gewissen Ausgleich. Aktiennahe Titel, Immobilien und Unternehmensanleihen schadeten der Performance ebenfalls. Einen positiven Beitrag lieferten hingegen Industrieländerstaatsanleihen, da die langfristigen Zinserwartungen zurückgingen, mit den USA an der Spitze. Defensive Positionen, etwa im japanischen Yen und im Schweizer Franken, nützten der Performance, da die Investoren konservativer wurden.

Ausblick und Strategie

Das Weltwirtschaftswachstum bleibt recht schwach und überrascht weiter negativ. Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China sorgen für weitere Risiken. Erfreulich ist aber, dass diese Schwäche dem Arbeitsmarkt bislang noch nicht geschadet hat, sodass wohl so bald nicht mit einer Rezession zu rechnen ist. An den Staatsanleihemärkten erwartet man jetzt eine deutliche Lockerung der US-Geldpolitik, auch wegen der noch immer niedrigen Inflation. An den Aktienmärkten scheint man zu glauben, dass dies ausreicht, um einen ausgeprägteren Abschwung zu verhindern, und dass Präsident Trump zu guter Letzt vor einem Handelskrieg mit China zurückschreckt. Schließlich will er 2020 wiedergewählt werden.

Leider könnte beides aber auch anders kommen, und auch wenn sich unsere Annahmen als richtig erweisen, scheint eine konservative Strategie einstweilen angemessen. Schließlich sind viele Märkte zurzeit eher mäßig bewertet. Der US-Dollar scheint aber abzuwerten, was etwas Druck von Kreditnehmern in den Schwellenländern nimmt und sicheren Häfen wie dem Yen nützt.

 * Auf Basis der Brutto-Composite-Erträge unterschiedlicher gemanagter Mandate und Publikumsfonds. Die Nettoerträge sind niedriger, und die relativen Erträge können je nach Anteilsklasse und relevanten Gebühren unterschiedlich ausfallen.