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BMW-Werk in München | © Getty Images

IW-Konjunkturprognose Deutschland schwächelt

Weniger Aufträge aus dem Ausland und Zulassungsverzögerungen in der Autoindustrie haben die deutsche Wirtschaft auf Talfahrt geschickt. Das trübt die Aussichten für 2019.

04.12.2018 - 13:43 Uhr | Von:  in Research

Das Wachstumstempo hat in diesem Jahr spürbar nachgelassen. Bei den Unternehmen gingen weniger Aufträge ein, vor allem die globale Nachfrage nach Investitionsgütern ging zurück. Zudem machte sich ein Minus in der Automobilindustrie bemerkbar: Neuwagen müssen ein neues Prüfverfahren durchlaufen, dadurch verzögert sich die Zulassung und die Produktion stockt. International droht weiterhin Ungemach: Der drohende Handelskonflikt, den die USA befeuern, und der Brexit bremsen die deutsche Konjunktur.

Das trübt die Aussichten für 2019, zeigt die IW-Konjunkturumfrage vom Herbst 2018. Nur noch 23 Prozent der mehr als 2.250 befragten Unternehmen gehen im Exportgeschäft von einem Zuwachs aus, 8 Prozentpunkte weniger als noch im Frühjahr 2018. Diese gedämpfte Zuversicht springt auch auf die Inlandskonjunktur über. Die Investitions- und Beschäftigungserwartungen haben sich ebenfalls merklich eingetrübt. Eine Stagnation droht nicht, aber die gesamtwirtschaftliche Produktion verliert an Schwung: Gut 38 Prozent der Firmen erwarten für 2019 ein Produktionsplus, dagegen rechnen 14 Prozent mit einem Minus. Die Spanne zwischen Optimisten und Pessimisten hat sich seit dem Frühjahr erheblich verkürzt.

Schwächephase macht sich am Arbeitsmarkt bemerkbar

Das schwächelnde Wachstum wird auch auf dem Arbeitsmarkt spürbar sein. Zwar steigt die Beschäftigung weiter an und die Arbeitslosigkeit sinkt, allerdings wird der Rückgang der Arbeitslosigkeit schwächer ausfallen als in diesem Jahr. Die Zwei-Millionen-Schwelle wird 2019 nicht unterschritten. Die Arbeitslosenquote sollte durchschnittlich bei 5 Prozent liegen.

Die erfreuliche Nachricht: Die öffentlichen Kassen sind gut gefüllt. Allerdings halbiert sich der Haushaltsüberschuss im kommenden Jahr, weil die Steuereinnahmen langsamer wachsen als die Staatsausgaben. Die IW-Ökonomen warnen deshalb davor, die öffentlichen Haushalte etwa durch stark steigende Sozialausgaben unnötig zu belasten: „Ein effizienter Umgang mit öffentlichen Mitteln ist in Schwächephasen wichtig für die konjunkturellen Vorsorge“, betont IW-Konjunkturexperte Michael Grömling.