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Experten

Kames Capital
Trader an der New Yorker Börse: Die Weltwirtschaft reagiert sensibel auf Änderungen der US-Zinsen | © Getty Images

Jacob Vijverberg, Fondsmanager des Kames Global Diversified Income Fund „Starke Renditen dank Immobilien“

Multi-Asset-Fonds waren bei Anlegern 2017 beliebt, speziell in Deutschland verzeichnete die Fondskategorie hohe Zuflüsse. Geht es auch 2018 so weiter? Jacob Vijverberg, Co-Manager des Kames Global Diversified Income Fund, spricht im Interview über Renditebringer im Umfeld steigender Zinsen.

12.12.2017 - 09:42 Uhr | Von: 

multiasset.com: Herr Vijverberg, welche Erfolgsbilanz ziehen Sie für den Kames Global Diversified Income Fund für das Jahr 2017 und wie sind Ihre Erwartungen für 2018?

Jacob Vijverberg: Wir sind mit der Performance sehr zufrieden. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Wertzuwachs auf 8,5 Prozent. Unsere Fondsstrategie ist darauf ausgelegt, regelmäßig Erträge zu generieren. Da der Fonds ein Potpourri aus verschiedenen Asset-Klassen ist, konnten wir Kursschwankungen an den Märkten gut abfedern. Unseren Anlegern haben wir 5 Prozent Dividendenrendite gezahlt.

Wird der Multi-Asset-Trend auch 2018 anhalten? Oder erhalten Mischfonds wieder mehr Konkurrenz von reinen Aktien- oder Anleihefonds?

Vijverberg: Der Trend wir definitiv anhalten. Die meisten Investoren haben inzwischen verstanden, dass nur flexible und diversifizierte Investment-Strategien an den Märkten bestehen können. Politische – auch geldpolitische – Rahmenbedingungen können sich sehr schnell ändern. Das haben wir ja am 9. November 2016 zu spüren bekommen, als Donald Trump überraschend zum US-Präsidenten gewählt wurde. Oder denken Sie an Unternehmensskandale à la Volkswagen: Aktien mit scheinbar hohem Potenzial können über Nacht stark an Wert verlieren.

Welche Assets waren 2017 die stärksten Renditebringer?

Vijverberg: Immobilienaktien haben uns besonders hohe Erträge beschert.

Was passiert, wenn die Notenbanken die Zinsen erhöhen? Dann sind Immobilien voraussichtlich nicht mehr so lukrativ für Investoren – die Preise könnten mit der Nachfrage einbrechen.

Vijverberg: Die Immobilienpreise sind in der Tat stark mit den Leitzinsen korreliert. Da wir davon ausgehen, dass die US-Notenbank Federal Reserve in 2018 weitere Zinsschritte einleitet, halten wir uns am US-Immobilienmarkt im Moment mit Investitionen zurück.

Der Immobilienmarkt ist jedoch sehr vielfältig, es finden sich weltweit Anlagechancen. Im entwickelten Teil Asiens gibt es beispielsweise Nischen, die nicht sensibel auf Änderungen des US-Leitzinses reagieren.

Zum Beispiel?

Hotels sind im Umfeld steigender Zinsen eine gute Wahl.