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Experten

BlackRock
New Yorker Börse | © Getty Images

Jahresbilanz 2018 Bei Aktien und Anleihen droht Ungemach

2018 war ein schwieriges Jahr an den Finanzmärkten. Vielleicht verdient es sich am Ende sogar den Stempel „historisch schwierig“. Wie Anleger 2019 gegenlenken sollten, sagt Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege bei BlackRock.

29.11.2018 - 10:30 Uhr | Von: 

2018 könnten Anleger tatsächlich auf ein Novum zusteuern: negative Jahresgesamterträge bei globalen Anleihen und Aktien gleichermaßen. Seit der Auflegung des wichtigen globalen Rentenmarktindex Barclays Global Aggregate sowie des MSCI World Aktienindex wäre dies eine bis dato noch nie dagewesene Erfahrung. Aktien dürften es schwer haben, noch den Plusbereich zu erreichen. Global wurden seit dem Kurs-Hoch im Januar bereits rund 5 Billionen US-Dollar Marktwert vernichtet. An den Rentenmärkten besteht zumindest noch Hoffnung auf ein grünes Vorzeichen zum Jahresende: Der Gesamtertrag liegt seit Jahresanfang in etwa auf der Nulllinie.

Aussicht: Negative Vorzeichen bei Aktien und Anleihen

In früheren Jahren galt die Regel: Lief es an den globalen Aktienmärkten schlecht, wie etwa in den Jahren 2000 bis 2002, sorgten Anleihen in einem global diversifizierten Portfolio für eine Abfederung der Gesamtverluste. Umgekehrt verzeichneten die globalen Aktienmärkte im einzigen Verlustjahr seit Auflegung des Barclays Global Aggregate 1990 ein sattes Plus. Nun also die Aussicht auf negative Vorzeichen an beiden Fronten.

Kaum vorhanden: Puffer gegen steigende Zinsen

Die Ursachen für die synchrone Schwäche der Renten-und Aktienmärkte sind vielfältig. Sicher dürften die wachsende Unsicherheit über die Entwicklung der Weltkonjunktur sowie die gleichzeitige Straffung der Geldpolitik für dieses besondere Phänomen verantwortlich sein. Derartige Situationen sind jedoch nicht neu. Der große Unterschied heute ist vielmehr die hohe Verwundbarkeit der Rentenmärkte. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus und der damit geringen laufenden Verzinsung vieler Anleihen fehlt aktuell schlicht und ergreifend der Puffer gegen steigende Zinsen, die mit fallenden Anleihekursen einhergehen.

Beruhigend: Wichtige Volkswirtschaften wachsen weiter

Trotz des Trübsinns und der gestiegenen Unsicherheit über die bevorstehende Entwicklung der Weltwirtschaft sollten Anleger nicht außer Acht lassen, dass kaum ein wichtiger makroökonomischer Indikator auf eine unmittelbar bevorstehende Rezession hindeutet. Die Dynamik ist zwar rückläufig, aber die wichtigen Volkswirtschaften sollten auf absehbare Zeit weiter wachsen. Dies bedeutet wiederum, dass die Zentralbanken die Zinsschrauben weiter anziehen werden. Für die Rentenmärkte ergibt sich hieraus auch in Zukunft ein erhebliches potenzielles Maß an Gegenwind.

Notwendig: Überlegte Portfolioausrichtung

Die Aktienmärkte – insbesondere die in den zurückliegenden Quartalen starken Märkte in den USA – bekommen den Gegenwind steigender Zinsen auch zu spüren, da viele Unternehmen höhere Zinsen auf ihr Fremdkapital zahlen müssen. Fallende Gewinnmargen ergeben sich für Unternehmen aber auch durch höhere Importkosten aufgrund des Handelskrieges sowie durch steigende Löhne.

Obwohl Anleger in 2019 vor diesem Hintergrund wohl kleinere Brötchen backen müssen, kommt bei uns alles andere als Untergangsstimmung auf. Die Frage, die wir uns in diesen Tagen immer wieder stellen, lautet: Wie sollten Investoren Portfolios für das kommende Jahr aufstellen?

Entscheidend: Hohe Qualität der Vermögenswerte

Sinnvoll ist einerseits, die Qualität der Vermögenswerte im Portfolio zu erhöhen. Auf der Aktienseite sollte etwa der Fokus auf Unternehmen liegen, die in der Lage sind, den steigenden Margendruck an ihre Kunden weiterzugeben. Häufig sind das die größeren und etablierten Unternehmen. Auf der Anleiheseite ist insbesondere für Anleger in Europa die Sache deutlich schwieriger. Schließlich sind es gerade sichere Häfen wie deutsche Staatsanleihen, die über einen kleinen Zinspuffer verfügen und daher bei steigenden Zinsen rasch Verluste verzeichnen.

Angebracht: Alternative Investments

Notwendig ist daher sicher auch, verstärkt auf Anlagemöglichkeiten jenseits der traditionellen Asset-Klassen zu setzen – etwa auf alternative Investments. Zusätzlich sollte das Thema Nachhaltigkeit in den Portfolios eine größere Rolle spielen. Das „G“ in ESG (engl.: Environment, Social, Governance) kann beispielsweise die Wahrscheinlichkeit böser Überraschungen im Bereich Unternehmensführung reduzieren. Letztlich ist eine höhere Bargeldquote sinnvoll, um im Falle weiterer Ausverkäufe reagieren zu können.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.