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Passanten vor der New Yorker Börse | © Getty Images

J.P. Morgan Asset Management Warum die nächste Rezession erst 2022 kommt

Die USA befinden sich in einer Spätphase des Konjunkturzyklus. Ob und wann die nächste Rezession kommt, ist noch nicht genau abzusehen. Mitarbeiter von J.P. Morgan Asset Management nehmen das Jahr 2022 ins Visier.

25.01.2019 - 11:39 Uhr | Von:  in Aktien

Die USA befinden sich in einer Spätphase des Konjunkturzyklus. Ob und wann die nächste Rezession kommt, ist jedoch noch nicht abzusehen. Mitarbeiter von J.P. Morgan Asset Management gehen allerdings davon aus, dass der nächste Abschwung weniger schwerwiegend ausfallen dürfte als in der Vergangenheit. Denn insgesamt sind die Wirtschaftszyklen der führenden Volkswirtschaften der Welt in den vergangenen Jahrzehnten stabiler geworden. Eine Folge dessen sei aber auch, dass auf eine Rezession folgende Erholungsphasen weniger kräftig ausfallen.

Auf dem Weg zu mehr wirtschaftlicher Stabilität

Ein Team aus Analysten rund um David Kelly, Chief Global Market Strategist bei J.P. Morgan Asset Management, fokussierte sich auf US-Rezessionen, da ein Abschwung in den USA häufig auf andere Länder überspringt. Betrachtet wurden Rezessionen seit dem Jahr 1948 – insgesamt fallen 11 Abschwünge in diesen Beobachtungszeitraum. „Unser Research zeigt, dass die US-Wirtschaft in den vergangenen 70 Jahren allmählich immer stabiler geworden ist“, erklärt Kelly, und fügt  hinzu: „Das Wachstum hat sich erheblich verlangsamt, die Rezessionen sind im Allgemeinen aber moderater – und Aufschwünge dafür schwächer geworden. Da geringere konjunkturelle Schwankungen gegenüber der Verlangsamung des Wachstums allgemein überwiegen, treten Rezessionen im Laufe der Zeit darüber hinaus weniger häufig auf.“

Nach Ansicht von Kelly scheint diese wirtschaftliche Stabilisierung vor allem dadurch bedingt, dass Unternehmen in den USA die Verwaltung ihrer Lagerbestände verbessert haben. Zudem hätten moderatere Ausschläge bei den Staatsausgaben sowie bei der Volatilität auf dem Immobilienmarkt für geringfügigere Verwerfungen gesorgt. Außerdem habe der Dienstleistungssektor, der stabiler als der Fertigungssektor ist, seit Ende des Zweiten Weltkriegs zunehmend an Bedeutung für die US-Wirtschaft gewonnen.

„Genauso wie die Abwärtsrisiken für die Wirtschaft in den USA abgenommen haben, stumpfen aber auch die Instrumente für eine Stimulierung des Wachstums in den vergangenen Jahren ab. So ist insbesondere der Spielraum der Finanz- und Geldpolitik, einen starken V-förmigen Aufschwung auszulösen, geringer geworden“, erklärt Kelly.