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Julie Dickson, Investmentspezialistin bei Capital Group: „Die Volatilität ist in den vergangenen fünf Jahren massiv gesunken.“ | © Capital Group

Julie Dickson, Investmentspezialistin bei der Capital Group „Weniger Risiko mit aktiv verwalteten Fonds“

Aktiv oder passiv? Was ist die bessere Investment-Strategie? Julie Dickson hat eine klare Meinung. Im Interview erklärt die Investmentspezialistin von Capital Group warum Anleger stets verantwortungsbewusst und aktiv mit dem eigenen Geld umgehen sollten.

09.07.2018 - 08:33 Uhr | Von:  in Aktien

multiasset.com: Sie vertreten den Standpunkt, dass aktives Management für Anleger sinnvoller ist als Benchmark-Investing. Was sind die Gründe?

Julie Dickson: Indizes bilden die Märkte gut ab, keine Frage. Aktive Anlagestrategien haben jedoch einen entscheidenden Vorteil: Gutes Risikomanagement. Unsere aktiven Portfolios sind längst nicht so volatil und konzentriert wie einige große Aktienindizes. Aktive Manager können den dynamischen Wandel geopolitischer und geschäftlicher Fundamentaldaten bei ihren Investment-Entscheidungen berücksichtigen. Zudem können Stock Picker individuelle Analysen vornehmen und zukunftsorientiert handeln. Das ist bei rückwärtsgewandten, passiven Kapitalanlagen unmöglich.

Spielen passive Investments bei der Capital Group wirklich gar keine Rolle?

Dickson: In den 1960er Jahren nutzten Experten der Capital Group ihr Investment-Knowhow, um die ersten internationalen Aktienindizes aufzulegen. Die MSCI-Indizes, die heute von MSCI Inc. bereitgestellt werden, gehören inzwischen zu den anerkanntesten Börsenbarometern der Welt. Aktuell spielen passive Anlagen bei Capital Group keine Rolle mehr. Wir investieren zu 100 Prozent aktiv.

Welche Fondsarten bieten Sie an?

Dickson: Wir haben Aktien-, Anleihe-, und Multi-Asset-Fonds. Bis in die 1970er Jahre legte Capital Group nur Aktienfonds auf, Anleihe- und Mischprodukte kamen später hinzu. Heute managt das Unternehmen insgesamt mehr als 1,7 Billionen US-Dollar.

Wie ist das Fondsmanagement bei der Capital Group aufgestellt?

Dickson: Unser Multi-Manager-System „The Capital System“ ermöglicht Anlageexperten, ihre Überzeugungen zu verfolgen. Zudem begrenzt das System das Risiko isolierter Entscheidungen. Die einzelnen Fondsmanagement-Teams verfolgen alle die gleichen übergeordneten Ziele. Jedem Portfoliomanager wird jedoch ein Teil der Fonds zur unabhängigen Verwaltung zugewiesen.

Welche Risiken sollten Investoren im Blick behalten?

Dickson: Das Hauptrisiko besteht darin, dass es zuletzt kaum Risiken gab. Die Volatilität ist in den vergangenen fünf Jahren massiv gesunken. Diese Phase geht wahrscheinlich zu Ende, wenn Investoren das Ende des Wirtschaftszyklus absehen.

Was halten Sie von Multi-Asset-Fonds? Ist die Fondsart im aktuellen Marktumfeld ein aussichtsreiches Anlagevehikel?

Dickson: Wir bieten zwei Multi-Asset-Fonds an, den Capital Group Global Allocation Fund (ISIN: LU1006079997) und den Capital Group Emerging Markets Total Opportunities (ISIN: LU0815117725). Das Management des Capital Group Global Allocation Fund investiert vorwiegend in Aktien und Anleihen mit Investment-Grade-Bewertung von Unternehmen und Staaten. Der Emerging-Market-Fonds strebt langfristiges Wachstum und Kapitalerhalt bei geringerer Volatilität als Aktien aus Schwellenländern an.