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Experten

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Kames-Investmentexpertin Debbie King: „Die größte Herausforderung an den Festzinsmärkten sind aktuell die Credit Spreads.“ | © Kames Capital

Kames-Investmentexpertin Debbie King „Wir sind für das Ende der lockeren Geldpolitik gerüstet“

Am 26. Oktober hält die Finanzbranche den Atem an: Verkündet EZB-Präsident Mario Draghi eine Kürzung seines Anleihekaufprogramms? Debbie King vom schottischen Vermögensverwalter Kames Capital erörtert im Interview, womit Investoren rechnen müssen.

24.10.2017 - 10:33 Uhr | Von: 

multiasset.com: Frau King, neben Aktien befinden sich auch Anleihen im Portfolio des Kames Global Diversified Income Fund. Welche Funktion erfüllt die Anlageklasse?

Debbie King: Anleihen bescheren Investoren regelmäßige Einnahmen und sind niedrig mit Aktien korreliert. Die Anlageklasse sichert unser Portfolio ab und senkt die Volatilität. Wir sind überzeugt, dass das Anlagerisiko durch die Auswahl von Strategien mit wenig korrelierten Ertragsquellen diversifiziert werden kann.

Welche Anleihen sind aktuell die stärksten Renditemotoren im Kames Global Diversified Income Fund?

King: Für den Kames Global Diversified Income Fund haben wir zuletzt unser Engagement im Bankensektor ausgebaut.  Seit Kurzem sind Anleihen der britischen Bausparkasse Nationwide mit einer Rendite von 6,5 Prozent im Portfolio. Die Wertpapiere sind Teil des Kernkapitals des Unternehmens. Der Kupon ist vorhersehbarer und wir rechnen mit einer geringen Volatilität.

Sollte EZB-Präsident Mario Draghi sein Anleihekaufprogramm drosseln, steht den Finanzmärkten möglicherweise ein Umbruch bevor. Wie lautet Ihre Prognose?

King: Können Sie sich vorstellen dass es Zeiten gab, in denen Notenbanken die Nachfrage an den Finanzmärkten nicht künstlich gesteuert haben? Aber um Ihre Frage zu beantworten: Die Institute haben mit ihren quantitativen Lockerungsprogrammen ohne Frage weltweit einen starken Einfluss auf die Vermögenspreise. Die Europäische Zentralbank kauft seit März 2015 Anleihen in großem Stil – derzeit für 60 Milliarden Euro monatlich. Da die Finanzmärkte schon lange von den Maßnahmen der Zentralbank beeinflusst und unterstützt werden, dauert es voraussichtlich auch lange, die Stimuli wieder zu beseitigen. Das EZB-Anleihekaufprogramm wird voraussichtlich in kleinen Schritten gedrosselt.