Sie besuchen Multiasset.com mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »
New Yorker Börse: Anleger sollten ein dynamisch verwaltetes, Benchmark-unabhängiges Portfolio in Betracht ziehen | © Getty Images

Kapitalmärkte im zweiten Halbjahr „Wir sind vorsichtig optimistisch“

Invertierte Renditekurven in den USA und Japan, und deutsche Zinsen auf einem historischen Tief. Ob die geldpolitische Lockerung der Notenbanken weiterhin die Konjunktur stimuliert, erläutert Douglas J. Peebles, Chief Investment Officer Fixed Income beim Asset Manager AllianceBernstein (AB).

21.08.2019 - 14:56 Uhr | in Artikel

Aktuell deuten die Preise der Risikoaktiva darauf hin, dass sich die Konjunktur verlangsamt, aber nicht derart stark, wie die Renditen von Staatsanleihen suggerieren. Die Spreads in den USA und Europa werden enger. Schwellenländeranleihen haben sich erholt und der S&P 500 Index erreichte ein Rekordhoch. In der zweiten Jahreshälfte 2019 werden die Anleger sich entscheiden müssen, welchem Signal sie folgen sollen.

Zentralbanken als Retter in der Not?

Für eine Bestätigung der hohen Risikoaktiva-Kurse benötigen wir Beweise dafür, dass eine lockerere Geldpolitik in den großen Volkswirtschaften das globale Wachstum beleben oder zumindest eine Rezession verhindern kann. Das gilt insbesondere für die USA, wo sich der Kreditzyklus in einem späten Stadium befindet.

Wir sind vorsichtig optimistisch und gehen davon aus, dass sich die globale Konjunktur verlangsamt und eine Rezession vermieden wird. Fed-Zinssenkungen von 75 bis 100 Basispunkten in den nächsten sechs bis neun Monaten dürften ausreichen, um das US-Wachstum zu stabilisieren und die Zinskurve etwas steiler zu gestalten. Die geld- und fiskalpolitischen Impulse in China dürften Wirkung zeigen – eine gute Nachricht für Risikoaktiva und die Renditen von Staatsanleihen.

In Europa ist die Situation etwas anders. Die hohe Exportabhängigkeit und die begrenzte politische Flexibilität machen viele Länder Europas anfälliger für einen globalen Konjunkturabschwung. Zinssenkungen und Aktiva-Kaufprogramme sollten dazu beitragen, eine Rezession abzuwehren und zu verhindern, dass die Anleiherenditen steigen. Allerdings bezweifeln wir, dass sie die Inflation wesentlich erhöhen werden. Falls die neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank EZB, Christine Lagarde, die Regierungen davon überzeugen kann, fiskalische Impulse zu ergreifen, würde sich unser Ausblick verbessern.