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Robert-Jan van der Mark managt den Kames Global Diversified Growth Fund | © Aegon Asset Management

Kommentar Gold rückt bei Investoren in den Mittelpunkt

Der Goldpreis steigt, weil die Zinsen in den USA steigen. Es gibt jedoch einen Grund, dem Edelmetall noch nicht allzu viel Platz in Fondsportfolios einzuräumen.

19.07.2019 - 09:18 Uhr | in Märkte

Gold wird seit über 3.000 Jahren als Währung und Wertanlage verwendet. Im vergangenen Jahrhundert diente es Anlegern in Zeiten mit hohen Kursschwankungen als sicherer Hafen. In den letzten Jahren war Gold jedoch weniger beliebt. Der Popularitätsverlust wurde hauptsächlich von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) verursacht, die die Zinsen erhöhte, was bei US-Staatsanleihen zu höheren Renditen und einem stärkeren Dollar führte. Höhere US-Zinsen und die damit verbundenen positiven Realzinsen für US-Staatsanleihen machen laufzeitlose, inflationsgeschützte Anlageklassen wie Gold weniger ansprechend. Ein aufwertender US-Dollar bedeutet, dass Gold außerhalb des US-Dollarraums automatisch teurer wird – was ebenfalls möglichen Preissteigerungen entgegenwirkt.

Steigende Zinsen unterstützen Goldpreis

Im Moment gehen Marktbeobachter davon aus, dass die Zinsen in den USA steigen. Damit rückt Gold für Investoren, die inmitten der anhaltenden geopolitischen Sorgen nach Stabilität suchen, wieder als sicherer Hafen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Es ist jedoch schwierig, den fundamentalen Wert von Gold zu bestimmen. Dies führt zu einer gewissen Preisunsicherheit und damit zu Kursschankungen, die deutlich höher sind als beispielsweise bei zweijährigen US-Staatsanleihen. Darüber hinaus müssen die laufenden Lagerkosten von Gold berücksichtigt werden, die im Laufe der Zeit ein wenig an den Renditen knabbern.

Wir halten Gold, um uns in angespannten Marktphasen zu schützen. Für das Risiko und den Lagerkostenaufwand wollen wir jedoch belohnt werden. Vorerst bevorzugen wir in unserem Portfolio deshalb US-Staatsanleihen, zumindest bis die Realzinsen negativ werden.