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Die Außenminister von Brasilien, Uruguay, Paraguay, Kanada und Argentinien sowie Brasiliens Handelsminister (v.l.) bei Verhandlungen zu einer Freihandelszone zwischen dem Mercosur und Kanada am 9. März: Gemeinsamer Markt von 300 Millionen  Konsumenten | © Getty Images

Konjunktur in Schwellenländern Lokalwährungsanleihen gewinnen an Reiz

In Schwellenländern sind die meisten Währungen nicht mehr überbewertet, Haushaltsdefizite werden allmählich reduziert und das Wirtschaftswachstum stabilisiert sich. Claudia Calich, Managerin des M&G Emerging Markets Bond Fund, setzt insbesondere auf Anleihen, die in den Währungen der jeweiligen Länder emittiert wurden.

16.03.2018 - 10:20 Uhr | Von:  in Märkte

„Zahlreiche Währungen haben sich wieder ihrem fundamentalen Wert angenähert oder erscheinen sogar günstig. Im Vergleich zu Anleihen in Mainstream-Währungen wie dem Euro halte ich Lokalwährungsanleihen oft für attraktiver“, gibt die Fondsmanagerin zu Protokoll.

Ein Grund hierfür sei die die Belebung der Rohstoffpreise: „Sowohl Öl als auch Metalle haben sich einigermaßen erholt, was Währungen, die eng an Rohstoffe gekoppelt sind, unterstützt“, beobachtet Calich. Interessant seien insbesondere liquide Schwellenländerwährungen, wie etwa der mexikanische Peso, der russische Rubel, der brasilianische Real oder der südafrikanische Rand.

Fondsanteil von Anleihen in lokaler Währung auf Rekordstand

Aber auch einige „exotische“ Währungen böten aufgrund ihrer geringen Korrelation mit anderen Märkten Vorteile, beispielsweise der Tenge (Kasachstan), die Hrywnja (Ukraine) und der Peso (Dominikanische Republik). Nach Angaben von Calich liegt im M&G Emerging Markets Bond Fund der Anteil von Anleihen in lokaler Währung derzeit bei insgesamt knapp 40 Prozent – und damit auf dem höchsten Niveau seit Calichs Einstieg als Fondsmanagerin 2013. Anleihen in harten Währungen wie US-Dollar und Euro machen mit etwa 60 Prozent jedoch nach wie vor den Hauptteil des Portfolios aus.

Nach Einschätzung von Calich erleben die meisten Schwellenländer derzeit eine Phase der Stabilisierung und des Aufschwungs, nachdem Haushaltsdefizite vor allem von den Regierungen in Südamerika und Asien entschieden zurückgefahren wurden.

Zur Vorsicht neigt die Fondsmanagerin hingegen bei der Türkei – dort sei das Loch in der Leistungsbilanz nach wie vor hoch und im Vergleich zu Indien, Brasilien und Indonesien kaum reduziert worden. Zusammen mit relativ niedrigen Zinsen, hoher Inflation, volatiler Währung und der hohen Abhängigkeit von externer Finanzierung seien die Risiken derzeit sehr hoch.