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Ältere CDU-Wähler und Flüchtlingskind in Finsterwalde im südlichen Brandenburg: Ökonomen rufen Bundesregierung zur Mäßigung auf | © Getty Images

Konjunktur und Steuern Geldsegen bei dünner Luft

Die aktuellen Prognosen der Wirtschaftsinstitute in Deutschland sehen kleine BIP-Zuwächse in den Jahren 2018 und 2019. Kräftiger steigen hingegen die Steuereinnahmen – Volkswirte warnen die Bundesregierung vor Ausgabenexzessen.

20.04.2018 - 10:50 Uhr | Von:  in Märkte

Gute Aussichten für 2018 und 2019: Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland heben mit Blick auf die Konjunktur den Daumen. Wie aus ihrem aktuellen Frühjahrsgutachten für die Bundesregierung hervorgeht, soll den Prognosen zufolge das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr statt der im Herbst erwarteten 2,0 nun um 2,2 Prozent wachsen.

Im kommenden Jahr soll das BIP den Prognosen zufolge von 1,8 auf 2,0 Prozent steigen. „Der Boom, in dem sich die deutsche Wirtschaft befindet, hält an“, kommentierte Timo Wollmershäuser, Leiter der Konjunkturforschung des Ifo-Instituts das Gutachten für die Bundesregierung. „Allerdings wird die Luft dünner, da die noch verfügbaren gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten knapper werden“, schränkte Wollmershäuser ein.

Steuereinnahmen steigen um 4,1 Prozent

Angesichts der weiterhin boomenden Konjunktur haben sich die Steuereinnahmen in Deutschland weiter erhöht. Im ersten Quartal 2018 haben sie im Vorjahresvergleich um 4,1 Prozent zugelegt. Im März fiel der Anstieg allerdings schwächer aus, heißt es im aktuellen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums: Die Steuereinnahmen erhöhten sich im März um 1,9 Prozent. Zum Vergleich: Im Februar lagen die Zuwächse bei eindrucksvollen 8,1 Prozent und im Januar bei 2,8 Prozent.

Das Bundesfinanzministerium sieht jedoch keinerlei Grund zur Besorgnis: Der schwache Märzwert war vor dem Hintergrund der hohen Vorjahresbasis in der Berliner Wilhelmstraße erwartet worden. Im März 2017 lag der Zuwachs bei 7,5 Prozent.

Deutliche Zuwächse ergaben sich bei der Lohnsteuer, der Einkommensteuer sowie der Körperschaftsteuer. Bei den Bundessteuern haben die Beamten im Finanzministerium hingegen ein leichtes Minus von 0,5 Prozent errechnet. Insbesondere Rückgänge von Stromsteuer (minus 17,8 Prozent) und Tabaksteuer (minus 10,7 Prozent) drückten auf das Ergebnis.